Busbahnhof – ein Desaster nimmt seinen Lauf

Vorschläge für einen neuen Busbahnhof gab es schon vor sieben Jahren auch aus der Politik. Hier ein Entwurf der Linken aus dem Jahre 2012. Ort: ehemaliges Lueg-Gelände an der Wilhelmstrasse.

Der Zustand des Gladbecker Busbahnhofes ist ein katastrophaler Misserfolg der Lokalpolitik. Ein Blick nach Bottrop, Dorsten oder Gelsenkirchen-Buer zeigt wie es besser zu machen ist. Die drei Städte haben offensichtlich, im Gegensatz zu Gladbeck, dem ÖPNV eine größere Wertschätzung zugebilligt. Die drei elektronischen Anzeigetafeln in Gladbeck (von der SPD gefeiert) machen den „Kohl aber nicht fett“.

In diesen Tagen wird die Fahrbahndecke am Oberhof erneuert; das war nötig und erscheint sinnvoll. Zugleich zeigt diese „Renovierung“ aber auch, dass mit einer absehbaren Lösung für das Ende des Provisoriums nicht zu rechnen ist. Noch 2016 wurden in aufwändigen Workshops Architektenteams beschäftigt, um einen Lösungsvorschlag zu entwickeln. Der preisgekrönte Vorschlag soll nicht vor 2020 realisiert werden, hieß es damals.

Das können wir uns jetzt von der Backe putzen, 2019 die Fahrbahn großflächig sanieren um sie 2020 wieder aufzureißen, das klingt nach einem Schildbürgerstreich und wird so nicht passieren. Die Gladbecker ÖPNV-Nutzer wird das gar nicht begeistern; ständig steigen die Fahrpreise und beim Ausstieg am Oberhof ist dann weitere Jahre das Spießrutenlaufen am Oberhof fällig. Man kann es nur als großes Glück bezeichnen, dass dort noch niemand zu Tode gekommen ist.

Eine vollständig neue Fahrbahndecke erhält derzeit die Zweckeler Str. von der Grabenstrasse bis zur Oberen Schillerstrasse.

Warum tut sich nichts an dieser „offenen Baustelle“ der Lokalpolitik? Ein Fakt ist, dass sich seit vielen Jahren die Baudezernenten die Klinke in die Hand gaben. Kontinuität ist da nur schwer möglich, besonders dann, wenn der Bürgermeister letztlich bestimmt, wie der derzeitige Stadtplaner zu agieren hat.

Dabei gab es schon vor vier Jahren Vorschläge für einen neuen Busbahnhof. DIE LINKE hatte vorgeschlagen, auf dem ehemaligen Lueg-Gelände an der Wilhelmstrasse einen völlig neuen innenstadtnahen Busbahnhof zu bauen. Jobcenter, Bücherei, Stadthalle, VHS, Stadtverwaltung, Hallenbad, viele weiterführende Schulen, Krankenhaus und die Innenstadt wären damit gut zu erreichen.
Doch Fehlanzeige: ein SPD-Planungsausschussmitglied sagte ganz offen warum: „Ihr seid auch blöd, diesen Vorschlag zu machen. Weil er von euch kommt, ist die Idee jetzt kaputt!“

Wie lange sollen die Gladbecker ÖPNV-Nutzer noch mit diesem Bahnhofs-Provisorium leben?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich stimme zu.

*