Zahl der Sozialwohnungen sinkt stetig

42.497 Sozialwohnungen weniger in nur einem Jahr

Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 42.497 Sozialwohnungen weniger als im Vorjahr. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor. Innerhalb der letzten 16 Jahre hat sich die Zahl der sozial gebundenen Wohnungen mehr als halbiert. Lag der Bestand 2002 noch bei 2,5 Millionen Sozialwohnungen, so ist er 2018 auf alarmierende 1,2 Millionen Sozialwohnungen abgesunken.

Wie sieht es in Gladbeck aus?

In 2018 gab es in Gladbeck 2100 Sozialwohnungen (Stand: 31. Dez. 2018). Bei rund 34. 491 Haushalten in Gladbeck (Zensus 2011), ist dieser Anteil an Sozialwohnungen von 6 % nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es sind viel zu wenige, das zeigt sich unter anderem daran, dass es 2018 für eine Wohnung auf der Wilhelmstrasse 248 Interessenten gab.

Der Bedarf an Sozialwohnungen, sei jedenfalls weiterhin groß, so die Stadtverwaltung. Ende vergangenen Jahres lagen der Stadt 723 Wohnungsgesuche vor – vorwiegend für kleine Wohnungen, allein 437 für Wohnungen bis 50 Quadratmeter.

Drastischer Rückgang bundesweit

Der drastische Rückgang ist damit zu erklären, dass mehr bestehende Wohnungen ihre Mietpreisbindung verlieren, als neuer Wohnraum mit einer solchen Begrenzung der Miete entsteht. Ohne die Bindung des Mietpreises werden die Wohnungen zum deutlich höheren Marktpreis angeboten. Auf dem freien Wohnungsmarkt explodieren derzeit, insbesondere in den Großstädten, die Mieten und die Zahl der Wohnungslosen stieg nach Angaben der BAG Wohnungslosenhilfe e.V. zuletzt um 15-20%.

Bundesregierung aus CDU und SPD kürzt weiter

Die Bundesregierung reagiert auf diese Entwicklungen, indem sie im neuen Bundeshaushalt eine Kürzung der Förderung für sozialen Wohnungsbau um ein Drittel vorsieht. Die Länder und Kommunen erhalten im nächsten Jahr eine halbe Milliarde Euro weniger für die Schaffung von Wohnraum für die Armen, während mit dem Baukindergeld weiter privilegierte Familien gefördert werden. Ein solches verantwortungsloses Handeln wird die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreiben.

DIE LINKE fordert daher ein ambitioniertes, öffentliches Wohnungsbauprogramm in Höhe von 10 Milliarden Euro, um jährlich 250.000 neue Sozialwohnungen zu schaffen. Außerdem müsse die zeitliche Begrenzung von Mietpreisbindungen aufgehoben werden, anders könne der Rückstand im sozialen Wohnungsbau nicht aufgeholt werden. „Wohnen ist ein Menschenrecht und darf weder zum Luxusgut noch zum Goldesel von Spekulanten verkommen“, sagt DIE LINKE.

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