Wagenknecht und Schalke: Wird aus „aufstehen“ nun „steht auf!“?

Die Entstehung des Schlachtrufs „Steht auf!“ wird in Deutschland den Fans des Fußballvereins Schalke 04 zugeschrieben, die damit auch den UEFA-Pokal-Sieg 1997 feierten. Zu der Melodie des Hits „Go West“ von den Pet Shop Boys sangen sie „Steht auf, wenn ihr Schalker seid!“.

Später dann hielt es Zehntausende in der Münchner WM-Arena nicht mehr auf ihren Sitzen: „Steh‘ auf, wenn Du Deutscher bist“ oder „Steht auf, wenn Ihr Deutsche seid“, sangen sie am Samstagnachmittag und taten genau das – Aufstehen und der deutschen Nationalmannschaft zujubeln.

Doch nun gibt es Probleme mit der Sammlungsbewegung „aufstehen“ von Sahra Wagenknecht. Für die Linken-Politikerin sind diese Probleme nicht neu. Schon vor einigen Wochen mußte sie den Namen „#aufstehen“ in „aufstehen“ ändern; die Raute, auch Hashtag genannt, fiel weg. Eine fast namensgleiche Bewegung aus Österreich „#aufstehn“ (ohne e, aber mit Raute) hatte sich beschwert und eine Verwechselungsgefahr gesehen.

Auch der Schalke-Vorstand sah eine Verwechselungsgefahr, „aufstehen“ und „steht auf!“ seinen sich so ähnlich und meinen auch dasselbe. Sahra Wagenknecht ging darauf hin in die Offensive und suchte das Gespräch mit dem Vorstand des Gelsenkirchener Vereins.

Es gäbe sehr viele Gemeinsamkeiten hieß es anschließend. Schalke hat mit Stand vom 11. September 2018 genau 156.100 Mitglieder. Exakt so viele haben sich seit Anfang August der Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht angeschlossen und darunter seien auch viele Schalkeanhänger und -mitglieder. Schalke und Sahras Sammlungsbewegung versuchen gleichermaßen die Menschen wachzurütteln. Während der Schalke-Schlachtruf zum Aufstehen auffordert um sich an einer La-Ola-Welle zu beteiligen, will auch Wagenknecht, dass die Mitglieder ihrer Bewegung die Welle machen. Schließlich überzeugte den Vorstand das Argument, dass „aufstehen“ äußerst positiv besetzt sei und sich dynamisch nach vorn entwickelt. Der „Abstiegsverein“ habe zwar gestern mal ein Tor geschossen und gewonnen, könne aber vom positiven Image der Sammlungsbewegung profitieren.

Dem Schalke-Vorstand leuchteten diese Argumente ein und er bewies, nach weiteren inhaltlichen Gesprächen mit Sahra Wagenknecht und ihrem Team, großes Entgegenkommen:

o Schalke ist demnach damit einverstanden, dass die Wagenknechtsche Sammlungsbewegung künftig „Steht auf!“ heißt.

o Das Lied „Steht auf, wenn ihr Schalker seit!“ soll einen neuen Text bekommen, der die künftige Zusammenarbeit mit Wagenknecht deutlich macht.

o Wer Mitglied der linken Sammlungsbewegung wird, ist automatisch Ehrenmitglied auf Schalke.

o Die Spielergehälter werden zunächst halbiert. Mit ihrer weitergehenden Forderung, die Gehälter den Einkommen im öffentlichen Dienst anzupassen, konnte Wagenknecht sich nicht durchsetzen.

o Schalke wechselt die Vereinsfarbe von weiß/blau in weiß/rot. Wagenknecht hatte sich geweigert, das Blau zu übernehmen, weil dann eine Verwechselungsgefahr mit der AfD bestünde.

o Das Maskottchen Erwin soll künftig Oskar heißen.

Beide Seiten erklärten sich mit dem Verhandlungsergebnis sehr zufrieden und legen den Streit nun zu den Akten.

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