Tunnelöffnung Goetheplatz

Tunnelöffnung Goetheplatz

von Dipl.-Ing. Manfred Schlüter, Gladbeck

Der Goetheplatz und sein Tunnel zur Humboldtstrasse sind immer noch in der Diskussion. Da gibt es die unterschiedlichsten Meinungen, aber keine endgültigen Lösungen. Oft fehlt die notwendige Information der technischen Gesamtsituation und ihrer Entwicklung.

So stirbt auch der Platz auf Raten, denn der Zusammenhang ist eindeutig. Der durch die Platzabsenkung erforderliche Tunnel ist zu lang, zu dreckig und zu duster. Für den Tunnel hatte ich schon 1992 ein Denkmodell mit Skizze entwickelt, das in der Presse veröffentlicht wurde. Anstatt sich damit auseinander zu setzen, wurde viel Geld in Reparaturen der Rolltreppen gesteckt.

Jetzt herrscht Resignation und alles vergammelt. Die Lösung wird mal wieder in Abbruch und Zuschütten gesucht. Das wird für den Platz genauso problematisch wie die Forderung der Kaufleute nach der Parkplatznutzung.

Der Goetheplatz steht ewig in der Kritik, bezüglich seiner Hügel und der Gehfreudigkeit. Das geht völlig an der eigentlichen Problematik vorbei und ist völlig ungerecht. Unter dem Platz ist eine riesige Tiefgarage, die nur an Seitenrändern Baumpflanzung ermöglichte. Das Grundproblem des Goetheplatzes ist die Absenkung der Fläche für die Tunnelanbindung. Eine Altlast der damaligen Politik.

So entstand eine Sackgasse, die in einem langen, dunklen Dreckloch, ohne Licht am Ende, mündete. Das verhindert die erforderliche Nutzungsfrequenz für diesen Bereich. Da hilft nur, das Ende zu öffnen und zu verkürzen, damit endlich Licht und Himmel sichtbar werden. So wird auch die soziale Kontrolle und das Sicherheitsgefühl verbessert.

Das geht durchaus, durch eine kleine Umbaumaßnahme, mit überschaubaren Baukosten. Die defekten Rolltreppen wurden für viel Geld mehrfach repariert. Sie müssen dort endlich verschwinden und durch eine dauerhafte Rampe ersetzt werden. Dort kann die Tunneldecke problemlos um 7 Meter verkürzt und geöffnet werden. Dadurch entsteht genügend Fläche für eine ca 40 Meter lange Rampe, von 2 Meter Breite, mit flacher Steigung und genügend Kopfhöhe.

Dadurch werden die dahinter liegenden Wohnquartiere besser an die Innenstadt angeschlossen und so erhöht sich auch die Benutzungsfrequenz für diesen Platzbereich.

Nach dem Handlungskonzept für die Innenstadt, Seite 167, soll der Tunnel allerdings zugekippt und die Platzfläche eingeebnet werden. Prima, dann ist auch diese Ecke leer und ohne Bäume oder Menschen.

Und was brechen wird dann ab?

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