Trinkerszene: Stadt lockt mit Freibier

Nicht nur Gladbeck hat ein Problem mit sozialen Randgruppen. In Düsseldorf gibt es gerade einen handfesten Konflikt mit Obdachlosen, die Zuflucht unter der Rheinkniebrücke gesucht haben – genau im Sichtfeld des Ministerpräsidenten. Die Stadt legte sozusagen „Steine in den Weg“ und wollte den geschützen Ort unter der Brücke so „unnutzbar“ machen. Doch die Betroffenen wehrten sich und trugen einen Teil der Steine öffentlichkeitswirksam vor das Rathaus.

In Gladbeck hat die Trinkerszene ihren Treffpunkt nicht etwa wie von der Stadt gewünscht auf den Festplatz verlagert, sondern genau vor das Rathaus. Der Sparkassenchef hat jetzt seine Ruhe, doch nun gibt es Gelage genau unter dem Dienstzimmer des Bürgermeisters.

Der Unterstand für die Trinkerszene ist fertig. Ob das Dixi-Klo und die rustikale Sitzecke angenommen werden….?

Die Glazette hat den Forentroll des Bürgermeisters, Rolf Schlaegel, zur aktuellen Situation befragt:

Glazette: „Herr Schlaegel, wie will die Stadtverwaltung die Trinkerszene vom Rathaus zum Festplatz umsiedeln?“

Rolf Schlaegel: „Wir haben festgestellt, dass Verbote wenig bringen, deshalb setzen wir jetzt auf Belohnung.“

Glazette: „Wie sollen wir uns das vorstellen, können Sie etwas konkreter werden?“

Rolf Schlaegel: „Wir werden die ersten fünf „Umsiedlungswilligen“, die unterschreiben, dass sie mindestens drei Monate lang den neuen Unterstand nutzen und dort auch anzutreffen sind, in diesem Zeitraum mit Alkohol versorgen.“

Ein wohnliches Ambiente mit Wandmalereien wird zu Diskussionen über Kunst anregen!

Glazette: „Entschuldigung, dass wir Sie unterbrechen, aber wer hatte denn diese Schnapsidee?“

Rolf Schlaegel: „An Schnaps haben wir dabei weniger gedacht. Wir werden zweimal täglich durch den kommunalen Ordnungsdienst Bier anliefern und zwar das Bier von Netto.“

Glazette: „Warum von Netto, Aldi ist doch gleich gegenüber?“

Rolf Schlaegel: „In der Zielgruppe gibt es einige Gourmets, zumindest was das Bier angeht. Die trinken nicht jede Plörre. Gewisse Zugeständnisse muss man schon machen.“

Glazette: „Und wann soll es losgehen mit dem städtischen Freibier?“

Rolf Schlaegel: „Sobald wir fünf Kandidaten gefunden haben, spendet der Bürgermeister ein Fass Bier und sticht es selbst an. Das wird eine Gaudi wie wir alle wissen.“

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