Simone Wiechern – Ein Leben als Beduinin

Simone Wiechern – Ein Leben als Beduinin Geplant war ein Auslandssemester, doch als Simone Wiechern, die damals Arabistik studierte, sich von ihrem letzten Geld ein Kamel kaufte, stand für sie fest, dass der Aufenthalt sich verlängern würde. Doch fangen wir dort an, wo in Simone Wiechern die erste Sehnsucht erwachte. Im Sommer 1991 bereiste sie mit einigen Freunden Ägypten und im Anschluss daran die Halbinsel Sinai. Menschenleere Strände, Palmen, die im seichten Wind wehten und ein strahlend blaues Meer zogen sie sofort in ihren Bann.Geplant war ein Auslandssemester, doch als Simone Wiechern, die damals Arabistik studierte, sich von ihrem letzten Geld ein Kamel kaufte, stand für sie fest, dass der Aufenthalt sich verlängern würde.

Doch fangen wir dort an, wo in Simone Wiechern die erste Sehnsucht erwachte. Im Sommer 1991 bereiste sie mit einigen Freunden Ägypten und im Anschluss daran die Halbinsel Sinai. Menschenleere Strände, Palmen, die im seichten Wind wehten und ein strahlend blaues Meer zogen sie sofort in ihren Bann.

Sie wurde als erste morgens wach und traf auf eine Horde Kinder mit Ziegen und Schafen, die die Tiere tränkten. Ein kleines zerzaustes Beduinenmädchen erblickte die Touristin und nahm sie an die Hand. Sie wollte Simone unbedingt mit nach Hause nehmen. Neugierig folgte die junge Frau dem Mädchen in ihr Haus. Die Beduinen dort freuten sich über die Abwechslung und boten Simone Tee an. Es entstand eine Konversation mit Händen und Füßen, denn weder sprach Simone Arabisch, noch die Einheimischen Englisch oder Deutsch. Simones Neugierde wuchs und schon als sie den Weg zurück zu ihrer Hütte ging, stand für sie fest, sie würde Arabisch lernen.

Bucht mit Siedlung Dahab Assala im Sinai

Zurück in Berlin schrieb sie sich an der Freien Universität in Arabistik ein und besuchte in jeder freien Zeit den Sinai. Mit jeder Abreise fiel ihr der Abschied von dem unbeschwerten Leben bei den Beduinen schwerer. Zurück in Berlin war die tiefe Sehnsucht in das ferne Land mit seinen völlig anderen Traditionen immer präsent. 1994 fällt die Entscheidung die Sprache vor Ort zu erlernen.

Wo sie anfangs nur sporadisch bei den Beduinenfamilien zu Besuch war, ändert sich dies mit dem Kauf des Kamels. Von nun an sitzt sie die meiste Zeit mit den Wüstenbewohnern zusammen, lässt sich alles, was sie über Wüstensafaris wissen muss, beibringen und organisiert Touristentouren. Das Geld ist knapp und daher geht Simone jeden Morgen, an dem keine Safaris geplant sind, mit ihrem Kamel in die Wüste, damit das wunderschöne, fast weiße Tier sich an den frischen Kräutern, die an den Berghängen wachsen, satt essen kann.

Touristencamp Ras Abu Galum von Fischerfamilien betrieben

Dort begegnet ihr der junge Samir, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt. Sie heiraten, eröffnen ein Touristencamp und bekommen Kinder. Leider macht Samir in der Zeit kurz nach dem Terroranschlag in Luxor einen fatalen Fehler, der Simones bisher märchenhaftes Leben entscheidend beeinflusst. Als ihr 3. Kind gerade ein halbes Jahr alt ist, muss Samir für drei Jahre ins Gefängnis und Simone wird von Seiten der Behörden die Ausreise ihrer Kinder nach Deutschland verweigert.

Noch erträgt die kleine Familie das Leben ohne den Vater der Kinder, ohne eine Arbeitserlaubnis und mit sehr wenig Komfort. Doch als der älteste Sohn in die Schule kommt und dort ständigen Prügelstrafen ausgesetzt ist, versucht Simone mehr denn je, das Land irgendwie verlassen zu können. Erfolglos.

10 lange Jahre setzt die junge Frau alles daran, ihre Kinder nach Deutschland zu bringen. Aber weder die Botschaft noch ihr hartnäckiger Wille helfen. Unzählige Flugtickets enden in den Mülleimern der Flughafenpolizei.

2011 macht sie sich zu einem weiteren Versuch nach Kairo auf und lernt durch eine Freundin den Sohn eines hohen Beamten kennen. Dieser hilft ihr mit den richtigen Leuten in Kontakt zu kommen und endlich hat sie die so lange ersehnten Ausreisestempel in ihren Pässen. Sie fliegt zu ihrer Familie in die alte Heimat.

Simone mit einem ihrer fünf Söhne

Noch glaubt Simone sich endlich ein sorgenfreies Leben mit ihren Kindern aufbauen zu können, als ein Brief der deutschen Behörden ihr Leben wiederum auf den Kopf stellt. Sie droht an den Folgen beinahe zu zerbrechen und muss schließlich an der Wirbelsäule operiert werden. Als sie aus der sechs Stunden andauernden Operation wieder aufwacht, beschließt sie, dass nie wieder irgendjemand oder irgendetwas sie jemals wieder dermaßen in die Knie zwingen wird.

„Glück ist machbar!“, ist ihre neue Devise. Mit diesem sich selbst verantwortlich machenden Mindset kämpft sie sich heraus aus schweren Depressionen und macht sich auf den Weg eine schier unlösbare Aufgabe anzugehen und zu einem guten Ende zu bringen. Ob sie dies jemals schaffen wird, steht noch in den Sternen. Mut jedoch zeigt die junge Frau immer wieder und es ist ihr zu wünschen, das dieser letztendlich gewinnt.

Ihre ganze Geschichte hat sie in den Büchern „Fliegende Teppiche“ und „Zwischen Wüste und Meer“ detailliert aufgeschrieben. Die Leser dürfen mit hineintauchen in die Welt der Beduinen und bekommen reichlich Insiderwissen über deren Ansichten und Traditionen. Simone berichtet offen und lebendig über die Licht- und Schattenseiten ihres spannenden Lebens.

Band 1+2 sind im Epubli-Verlag erschienen. Autorin: Simone Wiechern

Band 1 „Fliegende Teppiche“ am 05.12.2018 mit der ISBN: 978-3-746788-27-2, Preis: 15,99 Euro
https://www.epubli.de/shop/buch/Fliegende-Teppiche-Simone-Wiechern-9783746788272/81240

 

Band 2 „Zwische Wüste und Meer“ am 26.11.2019 mit der ISBN: 978-3-750256-45-3, Preis: 14,99 Euro
https://www.epubli.de/shop/buch/Zwischen-W%C3%BCste-und-Meer-Simone-Wiechern-9783750256453/92796

 

Beide Bücher sind ebenso überall im Handel wie auch als E-Book erhältlich.

 

Signierte Bücher können Sie über www.simonewiechern.de direkt bei der Autorin bestellen.

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