Sieben marode Brücken im Norden Gladbecks

Sieben marode Brücken im Norden Gladbecks "Über sieben Brücken mußt du gehn", sang 1978 die DDR-Rockband Karat. Peter Maffay holte sich 1980 die Erlaubnis das Lied nachzuspielen. Sieben Brücken sind es auch in Zweckel und Gladbeck-Ost. Die werden allerdings nicht besungen, sondern sind mehr oder weniger baufällig und teilweise schon gesperrt. Im Jahre 2018 gab es im Kreistag von Recklinghausen einen Skandal. Eine Brückenbauingenieurin, die mit der Überprüfung der Kreisbrücken beauftragt war (von denen es auch einige in Gladbeck gibt), hatte Alarm geschlagen. Noch in der Probezeit hatte sie sich an ihre Vorgesetzten gewandt und festgestellt, dass seit vielen Jahren (bis zu 12 Jahren) einige Brücken überhaupt nicht überprüft wurden, obwohl es vorgeschriebene Zeitintervalle gibt in denen das zu geschehen hat. Sie lieferte gleich eine lange Mängelliste mit. Und was passierte dann? Die Frau wurde fristlos entlassen und ihre Kollegin, die seit etwa 15 Jahren mit der Brückenprüfung betraut war und die Misere verursacht hat, ist immer noch in Amt und Würden. Weil Brückenbauingenieure besser bezahlte Jobs bekommen als in der Kreisverwaltung, musste die Überprüfung von mehr als 100 Brücken an ein Unternehmen vergeben werden.
Seit Jahren wegen Baufälligkeit gesperrt – Brücke auf der Winkelstraße über eine Bahnlinie

„Über sieben Brücken mußt du gehn“, sang 1978 die DDR-Rockband Karat. Peter Maffay holte sich 1980 die Erlaubnis das Lied nachzuspielen. Sieben Brücken sind es auch in Zweckel und Gladbeck-Ost. Die werden allerdings nicht besungen, sondern sind mehr oder weniger baufällig und teilweise schon gesperrt.

Im Jahre 2018 gab es im Kreistag von Recklinghausen einen Skandal. Eine Brückenbauingenieurin, die mit der Überprüfung der Kreisbrücken beauftragt war (von denen es auch einige in Gladbeck gibt), hatte Alarm geschlagen. Noch in der Probezeit hatte sie sich an ihre Vorgesetzten gewandt und festgestellt, dass seit vielen Jahren (bis zu 12 Jahren) einige Brücken überhaupt nicht überprüft wurden, obwohl es vorgeschriebene Zeitintervalle gibt in denen das zu geschehen hat. Sie lieferte gleich eine lange Mängelliste mit.

Brücke über die vielbefahrene Güter- und S-Bahnstrecke an der Voßstraße. Nur Fahrzeuge mit weniger als 5,5 Tonnen Gesamtgewicht dürfen das Bauwerk noch passieren.

Und was passierte dann? Die Frau wurde fristlos entlassen und ihre Kollegin, die seit etwa 15 Jahren mit der Brückenprüfung betraut war und die Misere verursacht hat, ist immer noch in Amt und Würden. Weil Brückenbauingenieure besser bezahlte Jobs bekommen als in der Kreisverwaltung, musste die Überprüfung von mehr als 100 Brücken an ein Unternehmen vergeben werden.

In Gladbeck stammen die meisten Eisenbahnüberführungen noch aus der Bergbauära, das heißt, sie sind z.T. schon mehr als 100 Jahre alt.

Ein krasses Beispiel ist die Brücke der Winkelstraße über die Bahnlinie von der Talstraße zum Kraftwerk Scholven. Seit mehreren Jahren ist die Brücke für PKW und LKW gesperrt. Einen Termin für den Neubau gibt es noch nicht. Nun gut, könnte man sagen. 200 Meter weiter gibt es ja noch die Brücke des Scheidewegs über dieselbe Bahnlinie. Doch diese Brücke hat das gleiche Alter wie die an der Winkelstraße und derzeit muss diese Brücke den gesamten Verkehr von Ost nach Zweckel aufnehmen. Nicht auszudenken, wenn man auch an diesem alten Schätzchen Mängel feststellt und sie sperren muss.

Güter- und S-Bahnstrecke von Oberhausen nach Hamm mit der Brücke über die Bülser Straße.

Nicht viel besser sieht es mit den Bahnüberführungen an der Voßstraße und der Bülser Straße aus. An der Bülser Straße hat man die Fahrbahn verengt, damit schwere Fahrzeuge sich nicht auf der Brücke begegnen können. An der Voßstraße stehen Schilder „5,5 Tonnen“ mit denen man das Gewicht der Fahrzeuge eingrenzen will. Sollte sich der Zustand dieser Brücken gravierend verschlechtern, steht es sehr schlecht um die Straßeninfrastruktur in Gladbeck-Ost.

Wechseln wir das „Spielfeld“ und gehen wieder nach Zweckel. Die Brücke am Kreisverkehr (Beethovenstraße) steht kurz vor ihrer Vollendung – die Geländer sind auf beiden Seiten schon montiert. Mitte August soll der Übergang nach fast 14 Monaten Bauzeit möglich sein. Das ist aber auch das einzige gute Beispiel.

Drei weitere marode Brücken stehen als Zeitbomben in Zweckel. An der Tauschlagstraße gibt es die Überführung der Hafenbahnlinie zur Phenolchemie (und früher zur Zeche Zweckel). Dieselbe Bahnlinie wird an der Schultenstraße überquert. Beide Brücken stammen aus der Zeit, als in Gladbeck noch Kohle gefördert wurde.

Die siebte Brücke mit Mängeln überquert mit der Tunnelstraße die Bahnlinie von Zweckel nach Dorsten. Hier hat man nicht die Fahrbahn, sondern den Bürgersteig verengt. Vielleicht will man sich nur die nötige Erhöhung der Brückengeländer auf das notwendige Maß ersparen.

Brücke der Bülser Straße über die Bahnlinie. Die Fahrbahn wurde verengt, damit kein Begegnungsverkehr schwerer Fahrzeuge vorkommt.

Ich weiß auch, dass nicht alle genannten Brücken im Zuständigkeitsbereich der Stadt Gladbeck liegen, sondern beim Kreis Recklinghausen oder bei der Bundesbahn. Das ist eine gute Begründung dafür, dass einer dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben kann. Dem Bürger ist es aber so ziemlich egal wer zuständig ist. Er will eine vernünftige Infrastruktur und kurze sichere Wege. Und eines ist klar, auf jeder politischen Ebene, ob Stadt, Kreis, RVR, Land oder Bund, überall sind Gladbecker Politiker vertreten und entscheiden mit. An ihnen liegt es, den nötigen Druck aufzubauen.


Im September 2020 sind Kommunal-, Kreistags- und Bürgermeisterwahlen. Fragen Sie doch mal die KandidatInnen der verschiedenen Parteien nach ihren Vorstellungen zur Lösung dieser Probleme.

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