Roland-Abwahl — Die CDU gibt auf

Mit der Gladbecker CDU geht es weiter abwärts

Im September 2020 finden wieder Kommunalwahlen statt. Mitte August 2019 will die Gladbecker CDU schon ihren Bürgermeisterkandidaten küren. Dietmar Drosdzol, der örtliche Parteivorsitzende den kaum jemand kennt, soll gegen den Amtsinhaber Roland (SPD) antreten. Diese Personalie wird kein besonderes politisches Beben hervorrufen. Will man es messen, muss die nach oben offene Richterskala nach unten geöffnet werden.

Ulrich Roland, der noch mit seiner Kandidatur kokettiert, kann sich zurücklehnen. Gefährlich hätte ihm noch die Stichwahl werden können, doch die hat gerade die CDU im Landtag abgeschafft. Auch wenn die SPD bei der Europawahl knapp 20 % in Gladbeck verloren hat, bleibt Roland, wenn es ihn ähnlich treffen sollte, noch ein satter Vorsprung vor den übrigen Parteien. Sehr wahrscheinlich wird es dazu kommen, dass Gladbeck dann von einem Bürgermeister regiert wird, der von einer Minderheit der Wähler gewählt wurde. Ihn wird lediglich auszeichnen, dass er mehr Stimmen erhält als seine Mitbewerber.

Mit der Kandidatur ihrer Stadtverbandsvorsitzenden hat die CDU traditionell Pech. Im Mai 2014 holte Christian Enxing gerade mal 19,4 % gegen Roland (63,7 %). Im August 2009 holte Kalb 25,1 % gegen Roland(60,3). Beinahe geklappt hätte der Abwahlversuch 2004. Da holte der CDU-Kandidat Dr. Scholten 40,7 % gegen Roland (42,5 %), verlor aber die Stichwahl mit 47,3 % zu 52,7 %.

Ein unbe“scholten“er hätte fast gewonnen

Dr. Hans-Joseph Scholten, ein Richter am Oberlandesgericht in Düsseldorf, war ein politisch unbeschriebenes Blatt und in der Gladbecker Öffentlichkeit bis zu seiner Kandidatur für die CDU nicht in Erscheinung getreten. Der sympathische Rentforter hat den Sieg nur knapp verfehlt. Das sollte der CDU zu denken geben!

In Gladbeck gibt es eine Wechselstimmung. Da ist es kontraproduktiv, wenn Politiker ihr Räppelchen unbedingt nicht aus der Hand geben wollen. Drosdzol sollte sich lieber an der Suche nach einer qualifizierten Person beteiligen, die überparteilich getragen werden kann, statt mit dem Kopf gegen die Wand zu laufen.

Spätestens mit seinem Videoauftritt für mehr Abschiebungen von Flüchtlingen hat Drosdzol sich disqualifiziert und ist selbst für viele, die einen Wechsel herbeisehnen, nicht wählbar.

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