Mythen und Fakten zur Rentenpolitik

Mythen und Fakten zur Rentenpolitik Die Mär von den reichen RentnerInnen, die auf Kosten der jungen Generation leben, wird seit vielen Jahren gehegt und gepflegt. In Fernsehberichten werden die reichen Alten vorgeführt, die den Wohlstand der heute Jungen angeblich in Saus und Braus verfrühstücken. Ökonomen wie Hans-Werner Sinn beklagen, dass sich «Heerscharen von Rentnern» mit ihren üppigen Renten «von Luxuslinern durch die Weltmeere» schaukeln lassen und die Vergnügungsviertel weltweit bevölkern. In ungezählten Kommentaren der Tagespresse wird mehr Generationengerechtigkeit angemahnt und in Talkshows sind sich neoliberale ÖkonomInnen mit den sogenannten VertreterInnen der nachwachsenden Generation einig: So könne es nicht weitergehen. Während die Alten immer wieder Rentengeschenke bekämen, werde den Jungen viel zu viel aufgebürdet.

Die Mär von den reichen RentnerInnen, die auf Kosten der jungen Generation leben, wird seit vielen Jahren gehegt und gepflegt. In Fernsehberichten werden die reichen Alten vorgeführt, die den Wohlstand der heute Jungen angeblich in Saus und Braus verfrühstücken.

Ökonomen wie Hans-Werner Sinn beklagen, dass sich «Heerscharen von Rentnern» mit ihren üppigen Renten «von Luxuslinern durch die Weltmeere» schaukeln lassen und die Vergnügungsviertel weltweit bevölkern. In ungezählten Kommentaren der Tagespresse wird mehr Generationengerechtigkeit angemahnt und in Talkshows sind sich neoliberale ÖkonomInnen mit den sogenannten VertreterInnen der nachwachsenden Generation einig: So könne es nicht weitergehen. Während die Alten immer wieder Rentengeschenke bekämen, werde den Jungen viel zu viel aufgebürdet.





Die Faktenlage deckt eine solche Meinungsmache nicht

Um es gleich vorweg deutlich zu sagen: Die Faktenlage deckt eine solche Meinungsmache nicht. Die Wahrheit ist: Jahr für Jahr gibt es immer mehr arme RentnerInnen. Durch eine Vielzahl von Gesetzen wurden die Renten in den vergangenen 30 Jahren für die meisten RentnerInnen um rund 40 Prozent beschnitten. Gleichzeitig ist der Beitragssatz für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen mit 18,6 Prozent so gering wie in den 1980er Jahren.

Von diesem politisch bewusst niedrig gehaltenen Beitragssatz haben insbesondere die ArbeitgeberInnen profitiert. Direkt profitiert hat auch die Finanzwirtschaft, der mit der Riesterrente und den neuen Betriebsrenten lukrative Geschäftsfelder eröffnet wurden. Klare VerliererInnen sind die RentnerInnen: Der durchschnittliche Rentenzahlbetrag liegt derzeit deutlich unter 1.000 Euro monatlich.

Wir brauchen deutlich höhere Renten für alle

Das muss sich ändern: Wir brauchen deutlich höhere Renten für alle und eine ausreichende Mindestrente für GeringverdienerInnen. Um das durchzusetzen, müssen wir die These von der angeblich fehlenden Generationengerechtigkeit als Meinungsmache entlarven. Es ist ein Mythos, der von ArbeitgeberInnen, Finanzindustrie und den mit ihnen verbundenen WissenschaftlerInnen gepflegt wird. Ihr Ziel: Der Rentenkahlschlag der vergangenen 30 Jahre soll nicht korrigiert werden. Zahlreiche kursierende Unwahrheiten bestärken diese Tendenz. Mit dieser Schrift widerlegen wir elf oft gehörte Falschaussagen und setzen ihnen Fakten und Argumente für eine bessere Rente entgegen.

Hier zum Download: «ES GIBT KEINE ALTERSARMUT IN DEUTSCHLAND!» Mythen und Fakten zur Rentenpolitik
Die 54seitige Broschüre steht kostenlos zum Download.

INHALT
1 Es gibt keine Altersarmut in Deutschland
2 Der demografische Wandel macht die Renten unbezahlbar
3 Wer länger lebt, soll auch länger arbeiten
4 Die umlagefinanzierte Rente ist nicht nachhaltig finanziert
5 Ohne Bundeszuschuss wäre die Rentenkasse längst pleite
6 Die deutschen Renten sind im internationalen Vergleich spitze
7 Private Altersvorsorge ist besser und effizienter als die gesetzliche Rente
8 Nur auf drei Säulen steht die Rente sicher
9 Die Erwerbstätigenversicherung schadet mehr, als sie nutzt
10 Die neue Grundrente verhindert Altersarmut
11 Die Angleichung der Rentenwerte in Ost und West bringt endlich Gerechtigkeit
Glossar

Herausgeberin: Rosa Luxemburg Stiftung

AutorInnen: Holger Balodis und Dagmar Hühne

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