Lasst uns lustig gendern!

Lasst uns lustig gendern! Am Anfang beschrieb man eine große Gruppe z.B. so: "Es versammelten sich viele Teilnehmer." Irgendwann gab es zu recht Proteste. Die Frauen wollten immer explizit genannt sein. Ein berechtigtes Interesse. Dominiert doch in der deutschen Sprache immer noch die maskuline Form. So schrieb man dann Teilnehmerinnen und Teilnhmer. Dann kam der Schrägstrich zur Vereinfachung. Das führte dann zunächst zu Teilnehmer/innen, Besucher/-innen usw. Schließlich wurde es brisanter. Das Binnen-I kam in Mode mit: TeilnehmerInnen, BesucherInnen. Das stach schon etwas mehr ins Auge und passte so gar nicht in die üblichen Schreibweisen. Noch eine Nummer schärfer war dann das Sternchen mit: Teilnehmer*innen, Besucher*innen. Dazu kamen noch Vorstufen wie Teilnehmer_innen und Besucher_innen. Sternchen *, Binnen-I, Unterstrich _, Doppelpunkt :, Schrägstrich /, gendern, deutsche Sprache, Rechtschreibung, Teilhabekonzept, Bremen, DIE LINKEAm Anfang beschrieb man eine große Gruppe z.B. so: „Es versammelten sich viele Teilnehmer.“ Irgendwann gab es zu Recht Proteste. Die Frauen wollten immer explizit genannt sein. Ein berechtigtes Interesse. Dominiert doch in der deutschen Sprache immer noch die maskuline Form. So schrieb man dann Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Dann kam der Schrägstrich zur Vereinfachung. Das führte zunächst zu Teilnehmer/innen, Besucher/-innen usw.

Schließlich wurde es brisanter. Das Binnen-I kam in Mode mit: TeilnehmerInnen, BesucherInnen. Das stach schon etwas mehr ins Auge und passte so gar nicht in die üblichen Schreibweisen.

Noch eine Nummer schärfer war dann das Sternchen mit: Teilnehmer*innen, Besucher*innen. Dazu kamen noch Vorstufen wie Teilnehmer_innen und Besucher_innen.

Der Doppelpunkt soll es nun richten

Der Stadtstaat Bremen setzt nun noch eins drauf. Seit dem 1.1.2020 ist die offizielle Schreibweise im Amt „Teilnehmer:innen und Besucher:innen“.

Hat DIE LINKE ausgegendert?

Viel weiter ist dagegen schon DIE LINKE. Anfang September 2019 hat der Parteivorstand in Berlin beschlossen, zu den Wurzeln der Sprache zurückzukehren. DIE LINKE will aufs Gendern verzichten, es hat sich also ausgegendert! Begründung: Sonderzeichen machen vielen Menschen mit Behinderung im Internet zu schaffen. Deshalb will die Linkspartei sie ab jetzt nicht mehr verwenden.

Zunächst gilt dies für das Internet. „Im Interesse des flüssigen Lesens und der Maschinenlesbarkeit ist auf eine ‚gegenderte‘ Schreibweise zu verzichten. Es ist also stets von ‚Nutzerinnen und Nutzer‘ zu schreiben.“ Der Beschluss ist Teil der Novellierung des Teilhabekonzepts der Partei von 2014.

Gegenderte und barrierefreie Sprache sind derzeit nur bedingt kompatibel. So kann etwa die Software von Vorlesegeräten, die blinde Menschen nutzen, um Dokumente im Internet zu erschließen, Sonderzeichen nur sperrig übersetzen. Das Wort Polizist*innen würde per Sprachausgabe als „Polizist Stern innen“ gelesen. Auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen hätten Probleme mit Sonderzeichen. Die Lebenshilfe Berlin schreibt daher für ihre Klienten etwa von Arzt und Ärztin.

Hier der der Link zum Beschluß des Parteivorstandes. Die Diskussion in der Partei geht allerdings noch weiter.

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