Kommt eine Batteriefabrik in den newPark?

Die Gewinnung der Rohstoffe die zur Produktion von Batterien benötigt werden ist unmenschlich und die Produktion der Batterien ist äußerst umweltbelastend.

Die Anzeichen verdichten sich, dass die Ansiedlung einer Fabrik für Batterien im newPark in trockenen Tüchern ist. Damit wäre die Nutzung der ehemaligen Rieselfelder auf der Höhe der Zeit – derzeit! Noch in den Sechzigern wollte man dort sogar ein Atomkraftwerk bauen – irgendwas mit Energie war mehrmals im Gespräch.

Im Moment fahren Elektroautos noch mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien; sie werden aber bald durch die nächste Batteriengeneration der Feststoffbatterien abgelöst. Sie gelten als Heilsbringer, um elektrische Fortbewegung massentauglich zu machen, deshalb würde der Bau einer Fabrik für herkömmliche Batterien keinen Sinn mehr machen. Mit einer Feststoffbatterie sollen innerhalb von nur einer Minute am Schnelllader mehrere Hundert Kilometer Reichweite gezapft werden können.

Elektroautos mit einer Reichweite von 800 Kilometer Fahrstrecke bis zur Akkuentladung werden Realität. Einem Team des Forschungszentrums Jülich ist nach eigenen Angaben jetzt ein Durchbruch auf dem Weg zur Praxistauglichkeit von Festkörper-Batterien gelungen. Sie fanden eine spezielle eine Lösung, um zehnmal höhere Lade- und Entladeströme zu ermöglichen. Das Jülicher Forscher-Team setzt auf Komponenten aus Phosphatverbindungen. Und dieser Rohstoff wird unter unmenschlichen Bedingungen in Afrika aus der Erde geholt.

Im letzten RVR-Planungsausschuss gab es eine Vorlage für einen Erarbeitungsbeschluss zur Änderung des bestehenden Regionalplans für den newPark. Man hat es jetzt wohl eilig und möchte nicht auf die Verabschiedung des neuen Regionalplans warten, in dem die Fläche für landesbedeutsame Vorhaben ohnehin vorgesehen ist. Die bisher geregelte Erstansiedlungsschwelle von 80 ha soll laut der Vorlage (2018-11-21_Planungsausschuss-RVR-Sitzungsmappe) zurückgenommen und auf eine Mindestfläche von 10 ha reduziert werden. Damit macht man den „Bebauungsplan“ für den Investor passend.

Im Text heißt es jetzt: „Der Bereich „Datteln/Waltrop“ ist der Ansiedlung eines für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bedeutsamen und zukunftsorientierten Verbundes industrieller Unternehmen mit einem Flächenbedarf von mindestens 80 ha (Endausbaustufe) vorbehalten („newPark“). Erstansiedlungen dürfen nur erfolgen, wenn deren Mindestfläche zum Abschluss der Gesamtinvestition 10 ha umfasst. Die Ansiedlung hat möglichst flächensparend und ressourcenschonend zu erfolgen.“

In politischen Kreisen munkelt man, dass der Landrat bald seinen einzigen Coup in dieser Wahlperiode, die Ansiedlung einer Fabrik für Batterien bekannt geben wird.

Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt in Recklinghausen?

Wahrscheinlich nicht viel, denn parallel dazu beginnt im Frühjahr ein Programm, mit dem 500 Langzeitarbeitslose in Arbeit gebracht werden sollen. Hohe Lohnsubventionen wird es in den ersten drei Jahren geben; mal sehen, wohin sie fließen.

Noch ist unklar, welche Qualifikationen die künftigen Mitarbeiter der Batteriefabrik haben müssen. Klar ist aber, dass man sie jetzt nicht im Kreis Recklinghausen finden würde. Es können nicht einmal die offenen Stellen in Handwerksbetrieben bedient werden. Aber mit einem subventionierten Vorlauf (während der Bauphase) können fehlende Qualifikationen passend gemacht werden.

Fakt ist aber, dass dort nicht Arbeit für Tausende entsteht, wie es SPD und CDU im Kreis immer phantasiert haben.

1 Kommentar

  1. Es gab dazu eine Gemeinsame Stellungnahme Kreis und Städte zum LEP.
    Abweichend unsere Stellungnahme/Beschluss der Stadt Waltrop:
    Die Stadt Waltrop grenzt unmittelbar an den auf Dattelner Stadtgebiet geplanten newPark. Gemäß der Begründung zur geplanten LEP-Änderung soll der „newPark in den nächsten Jahren – und damit vor Realisierung der Ortsumgehung Waltrop – zum Top-Standort für neue Industrie in Nordrhein-Westfalen“ werden. Die auf Dattelner Stadtgebiet geplante B 474n ist zur Erschließung des Industriegebiets von Landesbedeutung vorgesehen, endet jedoch an der Stadtgrenze zu Waltrop auf der Landesstraße L 609 (Münsterstraße, Leveringhäuser Straße). Die L 609 führt in Richtung der nächstgelegenen Auffahrt auf die A 2 durch dicht bebautes Stadtgebiet Waltrops. In der Umgebungslärmkartierung 2016 des Umwelt-Ministeriums NRW (MULNV) werden in erheblichem Maße an den dort vorhanden Wohngebäuden bereits jetzt Lärmwerte von 70 bis 75 db(A) tagsüber und 65 bis 70 dB (A) nachts durch Verkehrslärm erreicht. Die Stadt Waltrop hat immer deutlich gemacht, dass sie aufgrund der bereits vorhandenen Verkehrs- und Lärmbelastung auf der L 609 newPark erst als ausreichend erschlossen ansieht, wenn die B 474 auf Waltroper Gebiet bis zur A 2/ A 45 weitergeführt wird. Hervorzuheben ist, dass die Stadt Waltrop sich seit vielen Jahren für den Bau dieser Straße einsetzt. Die Planung einer landesbedeutsamen Industriefläche – im ersten Abschnitt in einer geplanten Größe von 60 ha – hat den Schutz der Wohnbevölkerung auf den unmittelbaren Zubringerstraßen in die Abwägung der Bauleitplanung einzustellen. Dies ist bisher nicht geschehen.
    Des weiteren haben wir zur geplanten Graphit-Fabrik im Zusammenhang mit der WiN Emscher-Lippe einen Fragenkatalog gestellt der, wie bekannt nur unzureichend beantwortet wurde.

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