Kinderarmut spaltet – auch in Gladbeck

07.08.2020 Gladbeck  Kinderarmut spaltet - auch in Gladbeck  Etwa 40 % der Gladbecker gelten als arm oder armutsgefährdet. Insbesondere Kinder sind davon betroffen. Es fehlt ein flächendeckendes Programm zur Linderung der Armut.  Aktuell leben bundesweit 2,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Armut, das sind 21 %. In NRW ist die Kinderarmut aber erneut angestiegen, und zwar wegen der prekären Situation im Ruhrgebiet. Sie liegt landesweit bei 18,6 %, im Ruhrgebiet jedoch bei deutlich mehr als 30 %. D.h. jedes dritte Kind wächst im Ruhrgebiet in einer Familie auf, die Hartz IV bezieht. In Gelsenkirchen sind es sogar 41,5 % aller Kinder.  Im Jahre 2019 lebten in Gladbeck 4.305 Kinder und Jugendliche, denen Familien auf Hartz IV angewiesen sind. Die Zahl ist in den letzten fünf Jahren um drei Prozent angestiegen.  Wie schäbig Politik sein kann, zeigt die geplante Kindergelderhöhung. Diese 4.305 Kinder gehen leer aus; die Erhöhung von 15 Euro pro Monat bekommen nur Kinder, deren Eltern einen Job haben und nicht Leistungen nach dem SGB II beziehen.Etwa 40 % der Gladbecker gelten als arm oder armutsgefährdet. Insbesondere Kinder sind davon betroffen. Es fehlt ein flächendeckendes Programm zur Linderung der Armut.

Aktuell leben bundesweit 2,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren in Armut, das sind 21 %. In NRW ist die Kinderarmut aber erneut angestiegen, und zwar wegen der prekären Situation im Ruhrgebiet. Sie liegt landesweit bei 18,6 %, im Ruhrgebiet jedoch bei deutlich mehr als 30 %. D.h. jedes dritte Kind wächst im Ruhrgebiet in einer Familie auf, die Hartz IV bezieht. In Gelsenkirchen sind es sogar 41,5 % aller Kinder.

4.305 arme Kinder in Gladbeck

Im Jahre 2019 lebten in Gladbeck 4.305 Kinder und Jugendliche, denen Familien auf Hartz IV angewiesen sind. Die Zahl ist in den letzten fünf Jahren um drei Prozent angestiegen.

Wie schäbig Politik sein kann, zeigt die geplante Kindergelderhöhung. Diese 4.305 Kinder gehen leer aus; die Erhöhung von 15 Euro pro Monat bekommen nur Kinder, deren Eltern einen Job haben und nicht Leistungen nach dem SGB II beziehen.

Formularlastige Landesprogramme

Landesprogramme, wie z.B. „Kein Kind zurücklassen“, gehen im Bürokratiedschungel unter. Eltern und Träger sind oft mit den aufwändigen Formularen überfordert. So wird die Gesellschaft zunehmend gespalten.

Bereits 2013 hatte der Paritätische Wohlfahrtsverband zur Armutsentwicklung in Deutschland dem Ruhrgebiet einen traurigen „Spitzenplatz“ attestiert. Damals war gut ein Viertel aller Kinder von Armut betroffen – jetzt ist es jedes dritte Kind. Das ist ein Skandal, noch gravierender aber ist die Tatsache, dass die Situation in den letzten sechs Jahren noch schlimmer geworden ist und das Problem von Land und Bund schlicht ignoriert wird.

Die Corona-Krise macht die Spaltung deutlicher

Die Corona-Krise verschärft die Situation weiter, das macht auch die Bertelsmann Stiftung deutlich. Umso mehr sind Land und Bund gefordert, die Kommunen nicht weiter ,hängen‘ zu lassen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Kinderarmut steigt, obwohl im Ruhrgebiet zurzeit so viele Menschen in Beschäftigung sind, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Wir brauchen Konzepte, die den Armutskreislauf, in dem ein Teil der Bevölkerung seit vielen Jahren steckt, aufbrechen. Dazu gehören höhere Hartz IV-Regelsätze und eine Kindergrundsicherung, die Teilhabe wirklich ermöglichen, dazu gehören mehr Lehrer und Schulsozialarbeiter in den armen Stadtteilen, die fehlende Unterstützung von Kindern durch ihre Familien auffangen können, dazu gehören Tablets und digitale Lernmöglichkeiten für alle Kinder, dazu gehört mehr tariflich bezahlte und sozialversicherungspflichtige, gemeinnützige Beschäftigung für Langzeitarbeitslose und dazu gehören Integrationskonzepte für Flüchtlinge und insbesondere junge Migranten. Auch der Abbau des kommunalen Altschuldenberges muss endlich geregelt werden, denn die Kommunen brauchen dringend wieder mehr Handlungsspielraum.

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