Infoveranstaltung von „StraßenNRW“ zur A52

Gutachter ist direkter Nachbar von „StraßenNRW“

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW aus Bochum („StraßenNRW“) lädt zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, den 06. September von 16 bis 19 Uhr in der Mathias-Jakobs-Stadthalle in Gladbeck ein.

Präsentiert werden soll der Stand der Planungen für die A52, insbesondere zu den Vorhaben auf Gladbecker Stadtgebiet, also dem Mammutkreuz mit der A2 am Wittringer Park und der Durchquerung der Gladbecker Innenstadt auf der Trasse der heutigen B224.

Das Gladbecker Bürgerforum schreibt dazu: „Augenscheinlich versucht der landeseigene Autobahnplaner den Eindruck zu erwecken, dass seine Arbeit konsequent auf einen nicht mehr vermeidbaren Bau der A52 zulaufe, dass also weiterer Widerstand gegen das für Gladbeck außerordentlich gefährliche Vorhaben zwecklos sei.

Der Vorstand des Bürgerforums Gladbeck bittet alle seine Mitglieder und Freunde sowie alle Bürger der Stadt und der Region, die dem Autobahnbau kritisch bzw. ablehnend gegenüberstehen, möglichst zahlreich zu der Veranstaltung zu kommen. Bitte zeigen Sie den zuständigen Bearbeitern, dass die Bevölkerung von Gladbeck die Autobahn aus guten Gründen nach wie vor ablehnt und für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität von Gladbeck kämpfen wird.

In Wahrheit präsentiert sich der Landesbetrieb mit leeren Händen.

Es gibt zurzeit noch keinerlei belastbare Planungen – weder für die offene Trasse, die der Bund haben möchte, noch für einen Teiltunnel, von dem so mancher Stadtpolitiker träumt. Der Landesbetrieb selbst ist nicht in der Lage, die erforderlichen Ingenieurplanungen durchzuführen, obwohl das ja eigentlich seine Aufgabe wäre. Die deshalb erforderliche, europaweite Ausschreibung der Planungsarbeiten ist noch nicht abgeschlossen. Wann und an welches Unternehmen aus welchem EU-Land ein Auftrag vergeben wird, ist ungewiss. Ab Arbeitsbeginn, soviel steht aber offenbar schon fest, soll die Vor(!!)-Planung nach 3 Jahren vorliegen. Frühestens dann wird absehbar sein, welche der Varianten überhaupt realisierbar ist, und was die Bauausführung grob geschätzt kosten wird. Wer diese Kosten tragen wird, ist mangels einer verbindlichen Vereinbarung weiterhin unklar. Der Bund verweigert schon heute die Finanzierung eines Tunnels. Das Land und erst recht die Stadt Gladbeck können und dürfen sich anstelle des Bundes nicht zum Ersatz-Autobahn-Finanzierer aufschwingen. Die dann drohende offene Autobahn durch die Innenstadt und ihre Siedlungen wäre für die Gladbecker eine Katastrophe und für unsere Stadt das Ende ihrer positiven Entwicklung. Da die Erarbeitung des Planfeststellungsantrages erst auf Basis einer gesicherten Finanzierung, also allenfalls reichlich nach erfolgter Vorplanung erfolgen kann, werden wir noch viele Jahre warten müssen, bis wir das voraussichtliche Ende des Vorhaben erleben.

Es wundert nicht, dass die bislang vom Landesbetrieb veröffentlichten Zeitpläne völlig aus dem Ruder gelaufen sind. Die begonnenen Planfeststellungsverfahren (Bottroper Gebiet und A2-Kreuz) stecken fest. Die schon vor Jahren präsentierten Planungen sind überholt, sie müssen an maßgeblichen Stellen verändert werden und sollen den betroffenen Bürgern zu einem späteren Zeitpunkt nochmals offengelegt werden.

Bei der Veranstaltung am 6. September versucht der Landesbetrieb mit der Präsentation der vor wenigen Wochen fertiggestellten Umweltverträglichkeitsuntersuchung für die Gladbecker Ortsdurchfahrt Stimmung zu machen. Das Gutachten wurde von einem Bochumer Unternehmen durchgeführt, das seinen Sitz ebenso wie die für die Planung zuständige Niederlassung des Landesbetriebs am dortigen Hellweg hat. Die UVP ist auf der Website des Landesbetriebes veröffentlicht. Sie leidet unter dem generellen Makel, dass die Prüfung der Machbarkeit der A52 und ihrer Umweltauswirkungen nicht von der zuständigen Planfeststellungsbehörde, also der Münsteraner Bezirksregierung, sondern vom Vorhabenträger „StraßenNRW“ in Auftrag gegeben worden ist. Sie befürwortet die Trassierung der A52 durch Gladbeck, enthält aber unverkennbar schwere Mängel. Beispielsweise wurde die Beeinträchtigung des Wittringer Parks nicht untersucht; die Belastungen der Anwohner mit Autogiften in den Stadtbereichen, die auf keinen Fall untertunnelt werden (z.B. Gladbeck Ost und Brokamp-Siedlung) werden zwar benannt, aber abgetan mit lächerlichen Vorschlägen wie Lärmschutzwänden und offenporigem Asphalt. Diese Maßnahmen reduzieren sicherlich den Lärm, sie sind aber zur Zurückhaltung von Schadgasen prinzipiell ungeeignet. Praktizierter Umweltschutz soll also so aussehen, dass die lebensbedrohliche Vergiftung tausender Menschen mit Stickoxiden und Feinstäuben im Interesse der Wirtschaft und des Güterverkehrs hingenommen werden soll.“

Abschließend heißt es in der Erklärung: „Gladbecker: wehrt euch!“, und weiter, „zeigt unseren Politikern und ihren Helfern, dass sie die Planungen stoppen oder Gladbeck (siehe Braunkohlenrevier) zugunsten der A52 komplett umsiedeln müssen.“

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