Höcke-Flügel auf dem Weg in den Kreistag von RE

27.05.2020 Höcke-Flügel auf dem Weg in den Kreistag von RE Der als Unterstützer des völkisch-nationalistischen Höcke-Flügels geltende Münsteraner AfD-Bezirksvorsitzende, Steffen Christ, wurde am Wochenende zum Landratskandidaten für den Kreis Recklinghausen gewählt. Der Mann gilt als so rechtsradikal, dass selbst der AfD-Landesvorstand gegen ihn 2019 beim Landesschiedsgericht eine Amtsenthebung und eine Ämtersperre auf ein Jahr beantragten wollte. Der gebürtige Stuttgarter soll sich bei Facebook und im Messengerdienst WhatsApp in parteischädigender Weise geäußert haben. Unter anderem hatte er in einem Whatsapp-Chat geschrieben: «Ohne einen Bürgerkrieg light wie bei Erdogan wird es nicht laufen». Im November 2018 hatte Christ in einer Rede in Bottrop von einem «Asyl-Tsunami» gesprochen und gesagt: «Es ist höchste Zeit, die Zugbrücke wieder hochzuziehen und die Krokodile im Burggraben zu füttern und nicht die Schmarotzer aus aller Welt.»
Steffen Christ , in der Mitte des Bildes, bestritt gemeinsam mit Björn Höcke eine Veranstaltung der AfD

Der als Unterstützer des völkisch-nationalistischen Höcke-Flügels geltende Münsteraner AfD-Bezirksvorsitzende, Steffen Christ, wurde am Wochenende zum Landratskandidaten für den Kreis Recklinghausen gewählt. Der Mann gilt als so rechtsradikal, dass selbst der AfD-Landesvorstand gegen ihn 2019 beim Landesschiedsgericht eine Amtsenthebung und eine Ämtersperre auf ein Jahr beantragten wollte. Der gebürtige Stuttgarter soll sich bei Facebook und im Messengerdienst WhatsApp in parteischädigender Weise geäußert haben. Unter anderem hatte er in einem Whatsapp-Chat geschrieben: «Ohne einen Bürgerkrieg light wie bei Erdogan wird es nicht laufen».





Im November 2018 hatte Christ in einer Rede in Bottrop von einem «Asyl-Tsunami» gesprochen und gesagt: «Es ist höchste Zeit, die Zugbrücke wieder hochzuziehen und die Krokodile im Burggraben zu füttern und nicht die Schmarotzer aus aller Welt.»

Die Westfälischen Nachrichten WN kommentieren das so: „Die Rituale sind immer die Gleichen: AfD-Funktionäre aller Ebenen fallen mit politisch-historische Äußerungen auf, die entweder Minderheiten verunglimpfen, Nazi-Verbrechen verharmlosen oder mehr oder minder offen zum Kampf gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung aufrufen. Auf die Empörung folgt die Distanzierung, verbunden mit einer augenzwinkernden Geste an die Anhängerschaft, das alles doch nicht so gemeint zu haben. Und ein Fünkchen Wahrheit sei ja wohl dran . . .

Auch die Reaktion der AfD-Spitze läuft stets nach dem gleichen Muster ohne Wert ab: Auf die Feststellung, dass diese Leute der Partei schadeten und ausgeschlossen gehörten, folgt – nichts. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder die gemäßigten Kräfte haben den Kampf gegen die rechtsextremen Flügel-Kämpfer um Höcke verloren. Dann sollten sie dies offen eingestehen.

Oder die Parteiführung hat sich auf eine Arbeitsteilung verständigt: Hier die Konservativen, die im enttäuschten bürgerlichen Wähler-Klientel fischen wollen. Und dort die nationalistisch-völkischen Hetzer, die die Weltsicht der Pegida-Schreihälse teilen und diese in Stimmen vor allem im Osten umwandeln wollen. (Von Frank Polke)“

Christ wurde auch auf den Platz 4 für die Kreistagsliste in Recklinghausen gewählt. Noch vor ihm, auf Platz 3, kandidiert der Gladbecker AfD-Vorsitzende Marco Gräber. Die GlaZette berichtete am 24. Mai 2020 hier über ihn: Darf´s ein bisschen brauner sein?

Einige Sprüche von Gräber gefällig?
„Es sollte wieder ein bisschen mehr wie früher sein“.
„Ich bin 100 % AfD“.
„Ich toleriere rechtsextreme und rassistische Äußerungen, wenn damit Hass und Hetze geschaffen wird als notwendige Provokation“.

Gräber werden Kontakte zu mindestens einer anderen Gladbecker Partei zugesagt. Auch Gladbecker Vereine seien mit ihm im Gespräch.

Die Wähler sollten wissen,wen sie sich da einhandeln, sollten die zwei gewählt werden.

Die Zusammenarbeit mit Rechtsradikalen über Absprachen mit anderen Parteien hat im Kreistag von Recklinghausen Tradition. Bei der konstituierenden Sitzung des Kreistages im Jahre 2014 gab es ganz offensichtlich Absprachen zwischen der rechten UBP und der CDU. Auch die FDP spielte rechnerisch eine Rolle. Damit das CDU-Urgestein Lothar Hegemann wieder seinen hochdotierten Platz im Sparkassenrat bekam, auf den die CDU rechnerisch keinen Anspruch hatte, wurden ganz offensichtlich Stimmen von der UBP „gekauft“. Hegemann erhielt so die nötigen Stimmen. Einige Minuten später dann das Dankeschön: UBP-Mann Köller wurde in den RVR gewählt, obwohl seine Partei, aufgrund der zu geringen Mandatszahl, keinen Anspruch hatte. Das hatte dann zur Folge, dass die Mandate im Regionalverband Ruhr (RVR) „hochgerechnet“ wurden. Alle Parteien erhielten mehr Mandate, damit das Verhältnis wieder stimmt. Pech für die SPD – ihre Reserveliste war nicht lang genug und sie konnte mehr als 10 Mandate nicht besetzen. Das wiederum hatte zur Folge, dass es seit 2014 eine schwarz/grüne Mehrheit im Ruhrparlament gab. Und nicht nur das: durch die „künstlich“ aufgeblähte Mandatszahl wurde das Ruhrparlament ca. 800.000 Euro teuerer. Köller gab sein Mandat kurz darauf an einen Nachrücker ab, taucht jetzt aber wieder als Kandidat für den Stadtrat in Herten auf.

Es ist überhaupt nicht auszuschließen, dass es nach diesem Muster auch künftig Absprachen mit Rechtsradikalen gibt, denn bei der Verteilung von Ausschusssitzen und -vorsitzen gibt es nach wie vor Begehrlichkeiten. Und diese Verteilungsabstimmungen sind geheim.

Als der Fraktionsvorsitzende der Linken das Stimmengemauschel mit der UBP in der Sitzung ansprach, wurde er vom SPD-Landrat gerügt. Der Gerügte dazu: „Von diesem Landrat, dem noch nicht mal die Wahrheit heilig ist, gerügt zu werden, ist so eine Art Ritterschlag.

Nach der Kommunalwahl im September erwartet die Wähler so einiges. Gladbecks CDU-Bürgermeisterkandidat schloss, auf Anfrage der WAZ, eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich aus. Es komme auf die Personen an, meinte er.

Drosdzol am 6.2.2020 in der WAZ
„Wie er als Bürgermeister im Rat der Stadt nach einem Einzug der AfD dort agieren werde, hinge für Drosdzol auch „von Personen“ ab: „Eine Kommunalwahl hat immer noch ihren eigenen Charakter“, ist der Politiker überzeugt, weshalb er nach Thüringen keine „Abstrafung“ seiner Partei befürchte.“

Scheinbar ist Dietmar Drosdzol entgangen, dass der Gladbecker AfD-Stadtverbandsvorsitzender Marco Gräber, hauptberuflich Mitarbeiter des Gelsenkirchener AfD-MdB Jörg Schneider ist und dieser ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft Germania, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Und hinterher will wieder keiner was gewußt haben! Das hatten wir vor 75 Jahren schon einmal.


Update!

Und in Dorsten stellte die AfD ihren Stadtverbandsvorsitzenden Marco Bühne als Bürgermeisterkandidaten auf.
Ein Bericht aus der Dorstener Zeitung sagt einiges über ihn aus:

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