Gladbeck: Inzidenz-Zahl 193,1 – und was nun?

Gladbeck, 30.10.2020 Inzidenz-Zahl 193,1 - und was nun? Die Erforschung der Entstehung des COVID-19-Virus ist in den Medien zur Zeit kein Thema mehr. Die Bändigung des Virus und die Verhinderung seiner expotentiellen Verbreitung stehen derzeit im Fokus. Durch eindämmende Maßnahmen will die Regierung derzeit verhindern, dass durch eine hohe Zahl der Infektionen die Kapazitäten des Gesundheitssystems überlastet werden. Einige der Maßnahmen, auch Teil-Lockdown genannt, kommen in der Bevölkerung nicht gut an und sind auch unter Experten umstritten. Dazu kommt, dass etwa 10 % der Bevölkerung als Corona-Leugner gelten, die das Virus generell verharmlosen und sich weitgehend verweigern, wenn es gilt die eindämmenden Maßnahmen einzuhalten.

Die Erforschung der Entstehung des COVID-19-Virus ist in den Medien zur Zeit kein Thema mehr. Die Bändigung des Virus und die Verhinderung seiner exponentiellen Verbreitung stehen derzeit im Fokus. Durch eindämmende Maßnahmen will die Regierung derzeit verhindern, dass durch eine hohe Zahl der Infektionen die Kapazitäten des Gesundheitssystems überlastet werden. Einige der Maßnahmen, auch Teil-Lockdown genannt, kommen in der Bevölkerung nicht gut an und sind auch unter Experten umstritten.

Dazu kommt, dass etwa 10 % der Bevölkerung als Corona-Leugner gelten, die das Virus generell verharmlosen und sich weitgehend verweigern, wenn es gilt die eindämmenden Maßnahmen einzuhalten.

Personalmangel hemmt Informationsfluss und Kontaktverfolgung

In Gladbeck (77.000 Einwohner und kreisangehörig) hat der Inzidenzwert (auf 100.000 Einwohner hochgerechnet) heute den Höchststand von 193,1 erreicht. Längst hat das Kreisgesundheitsamt es aufgegeben, negativ getestete Personen über das Ergebnis zu informieren und trotz Unterstützung durch Personal der Bundeswehr stellt sich die Kontaktverfolgung als äußerst schwierig bis unmöglich dar.

Milde Phase im Sommer nicht genutzt

OK, von der ersten Welle im Frühjahr, bis zum Beginn der zweiten Welle vor etwa drei Wochen, haben die Behörden in Gladbeck, im Kreis Recklinghausen und im Land NRW keine Glanzleistungen abgeliefert. Es hat den Anschein, als habe man wie ein Kaninchen auf die Schlange gestarrt. Obwohl Gladbeck die Hälfte aller Toten im Kreis Recklinghausen zu verzeichnen hat und schon sehr früh den Inzidenzschwellenwert (der in Großstädten und Kreisen zu Sondermaßnahmen führte) erreichte, wurden keine besonderen eindämmenden Maßnahmen ergriffen, angeblich, weil das für kreisangehörige Städte nicht in Frage käme. Dieses Argument musste erst ein Journalist aus einer anderen Stadt durch einen einfachen Anruf beim Gesundheitsministerium entkräften.

Es gibt viele Witze und Anekdote über Beamte und den öffentlichen Dienst. Eine davon behauptet, dass Auszubildende im öffentlichen Dienst zu Beginn ihrer Ausbildung erst einmal lernen, dass man eingehende Vorgänge zunächst einige Tage unbearbeitet lässt, weil sich ein Großteil davon zwischenzeitlich von allein erledigt. In Witzen und Anekdoten steckt bekanntlich immer ein wahrer Kern und wenn man rekapituliert, was in den letzten sechs Monaten in Sachen Corona-Abwehr versäumt wurde muss man feststellen, dass sich leider nichts von allein erledigt hat.

Warten auf Landeszuschüsse

Doch wer glaubt, dass man aus diesen Fehlern gelernt hat, muss enttäuscht feststellen, dass dem nicht so ist. Das mag daran liegen, dass man sich eines Fehlverhaltens nicht bewusst ist. Aber weiter geht es: in diesen Tagen verkündete die Stadtverwaltung, dass man keine Luftfilter für Schulen anschaffen werde, bevor nicht klar sei, wie hoch die Landeszuschüsse dafür ausfallen werden. Wie gesagt, nichts gelernt!





Die von der Bundesregierung als Wellenbrecher titulierten Maßnahmen zur Reduzierung der Coronainfektionen zeigen, dass die Entspannung in den Sommermonaten nicht genutzt worden ist, um sich adäquat auf die zu erwartende zweite Infektionswelle vorzubereiten. Wer Kneipen und Theater schließt, obwohl sie dem Infektionsschutz Rechnung tragen, allerdings BerufspendlerInnen sowie SchülerInnen zumutet in überfüllten Bussen und Bahnen zu ihrer Arbeit oder zur Schule zu fahren, misst mit zweierlei Maß.

Bürger arbeiten unzureichend mit

Aber auch die Mehrzahl der Bürger muss sich an die eigene Nase fassen. Die Corona-Warn-App, mit immensem finanziellen Aufwand entwickelt, wurde schon mehr als 20 Millionen Mal herunter geladen. Das ist nicht aber ausreichend! Dazu kommt, dass die Quote der Nutzer, die ihr positives Ergebnis in der App geteilt haben, laut RKI nur bei rund 60 Prozent liegt (Daten vom 1. September bis 21. Oktober 2020). Fazit: Wer ernsthaft an der Virusbekämpfung mitwirken will, muss unbedingt diese App auf sein Handy laden, aktivieren und sollte er positiv getestet werden, das auch in der App mitteilen. Niemand erfährt, wer sich da als positiv geoutet hat! Das scheinen viele noch nicht begriffen zu haben – oder wollen es nicht wissen.

Früher kursierte die Anekdote um das Unfallopfer auf dessen Grabstein stand: „Er hatte Vorfahrt!“
Das könnte künftig bei einigen Corona-Toten durch: „Er lebte für den Datenschutz!“ ersetzt werden.

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