Gerüchte – Verschwörungen – Informationsdefizite – Kommunalwahlen – die Heinsberg-Studie

Gerüchte - Verschwörungen - Informationsdefizite - Kommunalwahlen - die Heinsberg-Studie Frohe Ostern? Gleich vorab: ich war nie ein imaginärer Fußballtrainer und zähle mich auch nicht zu den 80 Millionen Virologen in Deutschland. Ich finde, dass die von der Landesregierung veranlassten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weitgehend sinnvoll sind. Was verstört, ist das unkoordinierte Handeln der verschiedenen Bundesländer. Hielten die Parteien bisher immer die Religionsfreiheit besonders hoch, wurden jetzt Gottesdienste untersagt. Dafür hat man viel mehr neue Freunde gewonnen, denn die Baumärkte sind in NRW offen. Das verstehe wer will! Ich will zu verschiedenen Fragen Stellung nehmen: o Zeit der Gerüchte und Verschwörungen o Informationsdefizite im Kreis Recklinghausen und Gladbeck o Kommunalwahlen im September - wer profitiert davon o Die Heinsberg-Studie - ergebnisoffene Forschung oder Auftragsarbeit für LaschetGleich vorab: ich war nie ein imaginärer Fußballtrainer und zähle mich auch nicht zu den 80 Millionen Virologen in Deutschland. Ich finde, dass die von der Landesregierung veranlassten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weitgehend sinnvoll sind. Was verstört, ist das unkoordinierte Handeln der verschiedenen Bundesländer. Hielten die Parteien bisher immer die Religionsfreiheit besonders hoch, wurden jetzt Gottesdienste untersagt. Dafür hat man viel mehr neue Freunde gewonnen, denn die Baumärkte sind in NRW offen. Das verstehe wer will!


Ich will zu verschiedenen Fragen Stellung nehmen:

o Zeit der Gerüchte und Verschwörungen

o Informationsdefizite im Kreis Recklinghausen und Gladbeck

o Kommunalwahlen im September – wer profitiert davon

o Die Heinsberg-Studie – ergebnisoffene Forschung oder Auftragsarbeit für Laschet

Zeit der Gerüchte und Verschwörungen

Seit es das Coronaproblem gibt, schöpfen die FB-Fake-Macher aus dem Vollem. Natürlich kann man die Statements der verschiedenen Wissenschaftler, ihre Einschätzungen der Lage und ihre unterschiedlichen Lösungsansätze, unterschiedlich bewerten. Doch niemand kann heute behaupten, dass er verläßlich sagen kann, wie das Ganze ausgeht – schon gar nicht die Hobbyvirologen!
Dass so viele die Lösungen zu Fragestellungen kennen, die erst seit einigen Wochen im Raum stehen, ist sicherlich ein Ausdruck von Angst und Sorge. Bei den einen steht die eigene und die Gesundheit anderer im Vordergrund, andere treibt die zunehmende wirtschaftliche Not um und wieder andere sehen einen Demokratieabbau durch Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
Das kann man natürlich alles unterschiedlich diskutieren und bewerten, doch dazu muss man nicht die Gerüchteküche anheizen, wie das jemand vor drei Tagen in einem Gladbecker Facebookforum tat. Da wurde behauptet, dass von den 89 Infizierten (an dem Tag) 60 einer bestimmten Berufsgruppe und einem Betrieb angehören würden. Jemand fragte nach der Quelle und dann kam nichts mehr. Leute, so was hilft niemandem!

Informationsdefizite im Kreis Recklinghausen und Gladbeck

Mit zunehmender Dauer der Kontaktverbote steigt die Ungeduld in der Bevölkerung. Die Akzeptanz der Corona-Erlasse sinkt. Immer mehr Menschen haben Zukunftsängste und klammern sich auch an Falschinformationen, die durch das säen von Zweifeln am Sinn der Maßnahmen vermeintliche Hoffnung erzeugen. Dem sollte durch mehr Aufklärung und bessere Informationen begegnet werden.
Die Kreisverwaltung geht derzeit souverän mit der Krise um. Gleichwohl könnte die Informationspolitik besser sein, damit die Menschen sich nicht Informationen und Zahlen anderweitig holen und sie für repräsentativ für den Kreis Recklinghausen und Gladbeck halten. Nur vollständige Transparenz kann dafür sorgen, dass die Menschen im Kreis alle Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Seuche akzeptieren und danach handeln.

Wie es besser geht als jetzt im Kreis Recklinghausen, zeigt die Stadt Essen täglich unter der Webadresse:
https://www.essen.de/gesundheit/coronavirus_aktuell.de.html

o Essen teilt seinen Bürgern täglich mit, wie viele Menschen überhaupt getestet wurden und bei wie vielen der Test positiv oder negativ ausfiel.
o Essen teilt mit, für wie viele Personen eine häusliche Quarantäne angeordnet wurde und wie viele wieder aus der Quarantäne entlassen wurden.
o Essen teilt mit, welche Altersgruppen am häufigsten von der Erkrankung betroffen wurden.

Durch solche Zahlen und Informationen wird der Raum für Spekulationen minimiert. Darüber hinaus könnten folgende Zahlen (jeweils nach Städten gegliedert), die regelmäßig aktualisiert werden sollten, sinnvoll sein:

o Wie viele Infizierte befinden sich in stationärer Behandlung?
o Wie viele davon müssen beatmet werden?
o Wie viele Personen konnten wieder entlassen werden?
o Wie viele intensivmedizinische Plätze gibt es in den Kliniken des Kreisgebietes und wie steht der Kreis im Verhältnis zu Gesamt-NRW dar?
o In welchen Städten gibt es Testzentren und wie lauten die Adressen? Auch das Verfahren sollte erklärt werden.
o Werden Kontaktpersonen von Infizierten „aufgespürt“ und in welchem Umfang geschieht das?

Die Verantwortlichen wären gut beraten, wenn sie durch mehr Transparenz für mehr Akzeptanz sorgen würden.

Kommunalwahlen im September – wer profitiert davon

Am 13. September sollen in NRW Kommunalwahlen stattfinden. Obwohl die damit verbundenen Probleme mit der Einhaltung des Wahlrechtes immer deutlicher werden und einige Parteien schon eine Verschiebung in 2021 verlangten, hält der Ministerpräsident noch am Termin fest.
1) In vielen Städten ist es noch nicht zu Kandidatenaufstellungen gekommen.
2) Aufstellungsversammlungen dürfen bis auf Weiteres nicht stattfinden.
3) Kleinstparteien müssen Unterstützerunterschriften sammeln – das dürfen sie jetzt nicht.
4) Und am Wahltag dürfen dann max. zwei Wähler in das Wahllokal? Wie lange soll das dauern!

Warum hält Laschet an dem Termin fest? Ein trifftiger Grund könnte sein, dass er und die CDU bei der Sonntagsfrage derzeit im Aufwind sind. Schwarz-Rot hat wieder eine Mehrheit. Dieser Trend könnte bis zum September anhalten. Anders sieht es aus, wenn die Wahl auf, z.B. März 2021, verschoben wird. Dann wird klar, wer die gigantischen finanziellen Verluste durch die Corona-Krise bezahlen muß. Dann ist Schluß mit lustig!

Die Heinsberg-Studie – ergebnisoffene Forschung oder Auftragsarbeit für Laschet

Eines ist klar, bei der Heinsberg-Studie ging nicht alles mit rechten Dingen zu. Damit meine ich jetzt nicht den Forschungsgegenstand, die Untersuchungsmethoden und die Ergebnisse. Das zu bewerten liegt mir fern!
Was allerdings von Anfang an auffiel, war die PR-Arbeit rund um die Heinsberg-Studie. Immer wieder spielte Laschet darin eine Rolle, doch immer so, dass er jeweils „die Kurve“ kriegen konnte. Nun, nach der Pressekonferenz, wurde deutlich, dass die ganze Kampagne ein abgekartertes Spiel zu sein scheint.

Heinsberg-Studie: Wer finanziert die PR Agentur Storymachine?

Die schwarz-gelbe Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte die viel zitierte Heinsbergstudie in Auftrag gegeben, um mehr über die Verbreitung des Corona-Virus herauszufinden. Die veröffentlichten Zwischenergebnisse der Heinsberg-Studie lassen den Schluss zu, dass eine Lockerung der Schutzmaßnahmen bald beginnen könnten. Allerdings: die Veröffentlichung wurde von der PR Agentur Storymachine begleitet, die von Ex-„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann mitgegründet wurde. Das wirft Fragen auf:

Wieso lässt die Landesregierung zu, dass die vom Land finanzierte Heinsberg-Studie durch eine Kampagne einer privaten PR Agentur der Öffentlichkeit vermittelt wird – und das angeblich auf Eigeninitiative der PR Agentur Storymachine? Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit über den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und die Länge der Schutzmaßnahmen muss demokratisch abgesichert sein. So eine hochsensible Frage darf doch nicht im Ernst einer privaten Agentur in die Hände gedrückt werden, nur weil sie angeblich darum gebeten hat. Besonders brisant ist der Umstand, dass die Kommunikation über die Heinsbergstudie von nicht-staatlicher Seite finanziert wird, ohne dass die Öffentlichkeit weiß, wer dahinter steckt.

Ministerpräsident Laschet muss nun offenlegen, wieso die Agentur Storymachine auf ihre Initiative in die Kommunikation der Heinsberg-Studie, die vom Land finanziert wurde, eingebunden ist. Außerdem muss der Ministerpräsident jetzt offenlegen, wer die Kampagne von Storymachine zur Heinsberg-Studie finanziert. Es geht um viele Menschenleben und es geht bei der Länge des Lockdown um viel Geld. Da dürfen keine anonymen privaten Interessenten mitmischen, die der demokratischen Kontrolle entzogen sind.

Ansonsten wünsche ich allen, die bis hierhin gelesen haben, ein frohes Osterfest und bleibt gesund!

Ralf Michalowsky

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