Geht Tesla in den newPark?

Die großen NRW-Zeitungen spekulieren heute (27.08.19) über mögliche Standorte für eine Tesla-Fabrik in NRW. Der amerikanische Elektroautobauer hat nämlich angekündigt, in Deutschland eine Autofabrik zu bauen. Andeutungen von Tesla, welcher Standort von Elon Musk ins Auge gefasst wurde, gibt es nicht.

Das gibt Raum für „Ideen“. Während die Rheinische Post natürlich das Rheinische Revier ins Gespräch bringt, trumpft Niedersachsen damit auf, dass bereits Gespräche geführt wurden. Auch das Ruhrgebiet rechnet sich Chancen aus. Gleich mehrere Standorte sind im Gespräch: Bochum nennt das Gelände des ehemaligen Opelwerkes und der Kreis Recklinghausen schlägt gleich zwei Standorte vor. Ein Gelände in der Nähe des Chemieparks in Marl und natürlich den Evergreen, den newPark bei Datteln. Dort sollte bisher die Erstansiedlungsschwelle bei 80 ha liegen. Die soll laut der Vorlage (2018-11-21_Planungsausschuss-RVR-Sitzungsmappe) zurückgenommen und auf eine Mindestfläche von 10 ha reduziert werden. Damit macht man den „Bebauungsplan“ für den Investor passend.

Elektromobilität ist eine Übergangstechnologie

Der newPark war schon einmal für eine Übergangstechnologie im Gespräch. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wollten interessierte Energielobbyisten dort ein Atomkraftwerk ansiedeln. Die Elektromobilität wird ähnlich wie die Atomkraft irgendwann zu Ende gehen. Aber erst bauen wir unglaubliche Leitungsnetze und Unmengen an Ladestationen. Und wie die erforderliche Energie erzeugt werden soll, steht nur auf dem Papier. Das alles ist für die Katz, wenn die Wasserstoffsysteme den Durchmarsch machen.

Ausländische Mutterkonzerne und das Ruhrgebiet

Bei Opel konnte man beobachten, dass die amerikanische Mutter General Motors GM das deutsche Werk wie eine Zitrone ausgequetscht hat. Lizenzen und Ersatzteile (aus den USA) wurden zu horrenden Preisen verrechnet. Warum sollte das bei Tesla anders sein?

Zahl der Arbeitsplätze hält sich in Grenzen

Die Befürworter des newParks überschlagen sich mit Superlativen, wenn es um die Zahl neuer Arbeitsplätze geht, die dort entstehen werden. Mal sind es 2.000, dann wiederum 4.000 und dann gar 8.000 Arbeitsplätze des Typs Industrie 4.0. Frech verschwiegen wird, dass Industrie 4.0 gerade mit wenigen Arbeitsplätzen organisiert wird. Und eine modere, neue Autofabrik wird weniger Arbeitsplätzen benötigen als bestehende Autofabriken.

Warten wir es ab!

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