Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie

Gladbeck: Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie  Kennen Sie eigentlich die Gladbecker Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie? Sie befindet sich unter der Arkade des neuen Rathauses, direkt an der Bottroper Straße (siehe Foto). Die Stelle wurde ausgewählt, weil sich zur NS-Zeit ungefähr dort das Gladbecker Gesundheitsamt befand, in dem die Entscheidungen darüber fielen, wer leben durfte und wer nicht.  Schon 2013 regten die Gladbecker Pfarrerin Reile Hildebrand-Junge-Wentrup und das "Bündnis für Courage" an, einen Gedenkort für die Opfer des systematischen Massenmords an psychisch Kranken und geistig behinderten Menschen zu errichten. Hitlers sogenannter "Euthanasie-Erlass" vom 1. September 1939 ermächtigte Ärzte, unheilbar kranke Menschen nach menschlichem Ermessen den "Gnadentod zu gewähren". Etwa 50 Personen, die diesen Verbrechen zum Opfer fielen, sind namentlich bekannt.  2015 stellte dann der Künstler Paul Schwer im Kulturausschuss seinen Entwurf vor. Einstimmig entschieden die Mitglieder, dass die Gedenkstätte mit den leuchtenden Tafeln an der Arkadendecke realisiert werden soll.
Weil es datenschutzrechtliche Bedenken gab, wurden die Namen der Ermordeten nicht vollständig ausgeschrieben.

Kennen Sie eigentlich die Gladbecker Gedenkstätte für die Opfer der NS-Euthanasie? Sie befindet sich unter der Arkade des neuen Rathauses, direkt an der Bottroper Straße (siehe Foto). Die Stelle wurde ausgewählt, weil sich zur NS-Zeit ungefähr dort das Gladbecker Gesundheitsamt befand, in dem die Entscheidungen darüber fielen, wer leben durfte und wer nicht.

Anregung einer Pfarrerin und vom Bündnis für Courage
Schon 2013 regten die Gladbecker Pfarrerin Reile Hildebrand-Junge-Wentrup und das „Bündnis für Courage“ an, einen Gedenkort für die Opfer des systematischen Massenmords an psychisch Kranken und geistig behinderten Menschen zu errichten. Hitlers sogenannter „Euthanasie-Erlass“ vom 1. September 1939 ermächtigte Ärzte, unheilbar kranke Menschen nach menschlichem Ermessen den „Gnadentod zu gewähren“. Etwa 50 Personen, die diesen Verbrechen zum Opfer fielen, sind namentlich bekannt.

Kulturausschuss entschied einstimmig
2015 stellte dann der Künstler Paul Schwer im Kulturausschuss seinen Entwurf vor. Einstimmig entschieden die Mitglieder, dass die Gedenkstätte mit den leuchtenden Tafeln an der Arkadendecke realisiert werden soll.

An der Nordseite des neuen Rathauses befindet sich die Gedenkstätte für 51 Gladbecker Opfer der NS-Euthanasie.

An der Raumdecke wurden dann 13 Tafeln mit den Namen von mehr als 50 Opfern angebracht. Das Material ist aus Aluminium und Plexiglas. Die Schriften in Großbuchstaben sind mit LEDs beleuchtet.

Im November 2016 wurde die Gedenkstätte vor etwa 100 Gladbeckern eröffnet. Genau an der Stelle, wo bis 1945 das Gebäude des Gesundheitsamtes stand, in dem durch den verantwortlichen NS-Stadtmedizinalrat Dr. Max vom Hövel über das Schicksal behinderter Bürger entschieden wurde.

Negative Lebenseinstellung reichte für Zwangssterilisierung
Wie schnell man zum Opfer der NS-Rassenhygieniker werden konnte, wie etwa der 61jährige Kaufmann Max M., stellte Prof. Dr. Alfons Kenkmann dar, der als mit dem Thema befasster Wissenschaftler referierte. Schon eine „negative Lebenseinstellung“ habe als Begründung für die Diagnose einer Zwangssterilisation zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ ausgereicht. Neben Personen mit schwerer erblicher körperlicher Missbildung, Schizophrenie, angeborenem Schwachsinn, schwerem Alkoholismus wurden so auch auffällig viele Hilfsschüler zu Operationsopfern.

Schwache wurden zum Kostenfaktor
Die Schwächsten der Gesellschaft wurden zum unliebsamen Kostenfaktor erklärt. Der Stadthaushalt wies damals „95.000 Reichsmark für Erbkranke“ aus. 23 Gladbecker wurden in der „Heilanstalt“ Hadamar ermordet. Nach einer erhalten gebliebenen internen T4-Statistik wurden in der Tötungsanstalt Hadamar in nur acht Monaten zwischen dem 13. Januar 1941 und dem 1. September 1941 insgesamt 10.072 Menschen durch das Gas Kohlenmonoxid ermordet, in der Sprache ihrer Mörder: desinfiziert.

Corona Pandemie machte den Kostenfaktor zum Thema
Die Corona Pandemie hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie schnell der „Kostenfaktor“ über Leben und Tod entscheiden und moralische Wertvorstellungen den Bach runtergehen können. Mehr oder weniger offen wurde darüber diskutiert, alten und kranken Menschen keine Intensivbehandlung zu gewähren, wenn sie sich mit Covid-19 infizierten und nicht genügend Intensivbetten zur Verfügung stehen.
Traurige Berühmtheit erlang in diesem Zusammenhang der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen). Er hatte im April mit Äußerungen zum Umgang mit Corona-Patienten für Empörung gesorgt. Das Zitat: „Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären – aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen.“
Die Grünen fordern inzwischen seinen Parteiaustritt und wollen ihn bei der nächsten Wahl nicht mehr unterstützen.

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