Erreicht der Krebsmittelskandal von Bottrop bald den Kreis Recklinghausen?

Der Bottroper Apotheker, der in etwa 3.700 Fällen Krebsmedikamente gepanscht hat und keine oder viel zu geringe Dosierungen beifügte, wurde im Juli 2018 zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt, außerdem darf er nie wieder als Apotheker arbeiten.

Am 22.11.18 lief im WDR-Fernsehen eine Dokumentation dazu: https://www1.wdr.de/mediathek/video/skandal-krebsmedikamente-bottrop-100.html, die das Thema und den Leidensweg einiger Patienten aufgriff.

Der Kreis Recklinghausen war zu dem Zeitpunkt, da der betrügerische Apotheker sein Unwesen trieb, für die Apothekenaufsicht auch in Bottrop und Gelsenkirchen zuständig. Erst in der Kreistagssitzung am 25.09.2018 stieg der Kreis aus dieser interkommunalen Zusammenarbeit aus.

In einer Sitzung des Kreisausschusses, am 18.09.18, hatte die LINKE gefragt, ob Klagen gegen den Kreis in dieser Angelegenheit anhängig sind, was der Landrat verneinte. Im Protokoll will er diesen Dialog aber nicht stehen haben.

Linken-Fraktionsvorsitzender Ralf Michalowsky fand das merkwürdig und recherchierte in Bottrop bei den Betroffenen und der Vertreterin der 52 Nebenkläger. Tatsächlich hatte der Anwalt der Sprecherin der Betroffenen Ansprüche gegen den Kreis Recklinghausen geltend gemacht. Diese wurden jedoch vom Kreis zurückgewiesen.

Der Opferanwalt Andreas Sch. betonte allerdings, dass erst seit dem Juli das Urteil gegen den Apotheker vorliegt und man jetzt dabei sei juristisch gegen den Kreis Recklinghausen vorzugehen. Denn harsche Kritik übte das Gericht an der Apothekenaufsicht, die kläglich versagt und die vorgeschriebenen Kontrollen nicht durchgeführt habe. Mehrere Behörden seien dafür verantwortlich gewesen: „Die Verantwortung war so aufgeteilt, dass niemand sie trägt.“ Hidding sprach von einem „Behördenversagen“.

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