E-Bike-Ladestation – überflüssig wie ein Kropf?

Seit 246 Std. lädt derzeit jemand irgend etwas in der Ladestation auf. Es muss wohl ein sehr großer Akku sein. 😉 (Foto vom 28.03.2019 gegen 18 Uhr)

„Die Nutzung der Ladestation auf der Horster Straße erfolgt bisher überaus zurückhaltend „, heißt es in einer Antwort der Stadt auf die Anfrage der LINKEN zum Nutzungsgrad der E-Bike-Ladestation auf der Horster Strasse. Die ist seit etwa einem Jahr in Betrieb und „bei regelmäßig durchgeführten Sichtprüfungen wurde nur eine sehr geringe Nutzung festgestellt“, heißt es weiter.

Auf die Idee an diesem Standort eine Ladestation aufzubauen hat die SPD die Verwaltung gebracht – und wer kann in der Verwaltung da schon nein sagen. Fakt ist, dass kein E-Bike-Fahrer für Strecken mit einer Entfernung von bis zu 50 km (ein Weg) sein Ladegerät mitnimmt, ohne das auch die Ladestation nutzlos ist.

In diesen Tagen hat die Verwaltung die bislang unscheinbare Station neu gestylt. Im neuen Grün  soll sie nun mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ob es etwas bringt?

Man muss schon wie ein E-Bike-Fahrer denken um die richtigen Standorte zu finden. Andere Städte sind da viel weiter:
o Fahre ich aus einem Stadtteil in die Innenstadt um einzukaufen oder zu einem Arzttermin, ist es relativ egal wie voll mein Akku ist. Nach Hause komme ich immer, auch ohne Strom.
o Anders verhält es sich, wenn ich von Gladbeck aus einen Ausflug nach Haltern mache. Dann lade ich den Akku voll und schaffe locker den Weg hin und zurück. Und im Münsterland finde ich an vielen Ausflugszielen Ladestationen, die ich nutzen kann, wenn ich das Ladegerät dabei habe.

Für Gladbeck heißt das:
Ladestationen gehören an die Ziele von Radfahrern, die einen Ausflug nach Gladbeck machen. Das sollte auf jeden Fall das Wasserschloss Wittringen sein, Biergärten, Eiscafes etc. Also Orte, an denen man auch eine Zeit lang bleibt. Wer in Not ist, findet sicher auch in einem Fahrradgeschäft Hilfe.
Kein Restaurant wird es ablehnen, dass man während des Essen seinen Akku ein wenig auflädt. Eine Stunde laden liegt im Bereich von 10 bis 15 Cent.

Im letzten Absatz der Antwort des Bürgermeisters wird angedeutet, dass man Fördermittel für weitere Ladestationen erwartet. Das kann nicht ernsthaft die mangelhafte Nachfrage ausgleichen. Ob der Bund das bezahlt, die ELE oder die Stadt Gladbeck, ist dabei egal. Das Geld kann man sinnvoller verwenden.

Die Stadt Gladbeck könnte beispielsweise auswärtigen Mitarbeitern die mit dem E-Bike zur Arbeit fahren gestatten, den Akku im Büro aufzuladen. Das würde die Elektromobilität sinnvoll fördern und unterstützen.

Antwort auf die Anfrage der LINKEN zur Ladestation

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