Zwischen Nibelungentreue und Zitronenfalter – Die A52, die Grünen und der Rolf-Schlaegel-Skandal

31.12.2019

Die A52, die Grünen und der Rolf-Schlaegel-Skandal

Seit etwa vier Wochen ist es stadtbekannt, dass die Gladbecker Grünen nach nun fast 15 Jahren ihre Befürwortung des Autobahnbaus durch Gladbeck aufgegeben haben. Die GlaZette berichtete schon am 26.11.2019 darüber: Grüne Gladbeck: A52-Ausstieg mit Hintertürchen

Nun greift auch die Gladbecker Tageszeitung das Thema auf:

WAZ Gladbeck: Grüne lehnen überraschend den Bau der A52 ab

GLADBECK. Die Mitglieder der Gladbecker Grünen geißeln den Ausbau der B 224 zur A 52 als „nicht mehr zeitgemäß“. Kritik von der SPD, Lob vom Bürgerforum. Hier geht es zum Bezahlartikel.

In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll, noch einmal die dunkelste Seite des Kampfes gegen diese Autobahn in Erinnerung zu rufen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Grünen das unterirdische Verhalten des Pressesprechers der Stadt Gladbeck toleriert haben.

05.05.13

Zwischen Nibelungentreue und Zitronenfalter
von Ralf Michalowsky

Der Rolf-Schlaegel-Skandal

Bedingungslose und möglicherweise verhängnisvolle Treue zu Vasallen wird im Volksmund als Nibelungentreue bezeichnet. Bezugspunkt ist das mittelalterliche Nibelungenlied; Schandtaten werden ignoriert und die Treue zum Vasallen und umgekehrt beschworen.

Nun leben wir nicht mehr um Mittelalter, sondern im Internetzeitalter mit Rolf Schlaegel, dem durchgeknallten städtischen Pressesprecher. Durchgeknallt deswegen, weil er jegliche ‚Contenance‘ im Umgang mit politisch Andersdenkenden vermissen ließ.

Wohlgemerkt, wenn sie anders dachten als sein Chef, Bürgermeister Ulrich Roland. Dann hetzte Breßer-Barnebeck geifernd durch das Internet, beleidigte, diffamierte und unterstellte Gegnern übelste Dinge.

Das Nibelungenlied scheint sich in den Genen mancher Zeitgenossen eingeschlichen zu haben und hat bei einigen wohl auch den Verstand okkupiert. Wie anders ist es zu erklären, dass Rolf Schlaegels Chef, Bürgermeister Roland seit fünf Wochen seinen ‚Teflon‘-Anzug trägt und jegliche Kritik an seinem weisungsgebundenen Mitarbeiter abperlen läßt. Auch alte Kriegsweisheiten wie „Angriff ist die beste Verteidigung“ finden jetzt ihre Anwendung in seinem Handeln – seine rechte Hand wird nun quasi zu seiner linken.

Der Ratsbürgerentscheid, in dessen Verlauf Rolf Schlaegel zur „Top-Form“ auflief, wurde von seinem Chef initiiert, um die Entscheidung für den umstrittenen Autobahnausbau durch Gladbeck von sich und dem Rat auf die Bürger zu verlagern. Dafür gab er alles: rund 50 Mitarbeiter der Stadt waren über Monate (teils offen, teils freigestellt) mit der Durchsetzung seines Wunschtraums, einer Autobahn durch Gladbeck, beschäftigt.

Gutachter, die sich negativ zum Ausbau geäußert hatten waren plötzlich anderer Meinung und hatten Beraterverträge der Stadt. Werbeflächen, Großplakate, Printmedien, Internetauftritte etc., das volle Programm lief durch. Dass er dabei völlig überzog und die Volksmeinung ins unerwünschte Gegenteil kippte, erkannte er erst am Abend nach der Abstimmung. In den Wochen danach zeigte sein Sekundant Rolf Schlaegel keinerlei Zurückhaltung mehr. Seine Schüsse aus dem Hinterhalt wurden immer verletzender. ‚Sniper‘ Breßer-Barnebeck war keine Unterstellung zu peinlich.

Und was passierte danach? Was längst geplant war, die Umsetzung Breßer-Barnebecks in die Funktion des Wirtschaftsförderers und Stadtentwicklers, wurde vollstreckt. Angriff ist die beste Verteidigung!

Das Volk schäumt, doch halt, nicht das ganze Volk. Eine kleine Gruppe vasallentreuer, die sich trotz ihres vehementen Einsatzes für den Bau einer Autobahn durch Gladbeck einsetzte und sich weiterhin DIE GRÜNEN nennt, suchte jetzt den Schulterschluss mit dem Bürgermeister. Er habe rechtens und folgerichtig gehandelt und Rolf Schlaegel eine neue Aufgabe übertragen. Dass man Böcke hin und wieder zum Gärtner macht, scheint für die GRÜNEN ein hinnehmbarer Kollateralschaden zu sein.

Spricht man mit Bürgern und mit städtischen Bediensteten, auch solchen aus dem Bürgermeisterumfeld, dann wird häufig das ‚Zitronenfalter‘-Beispiel genannt. „Wer glaubt, dass Ulrich Roland von den anonymen Machenschaften seiner rechten Hand nichts wußte, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.“

Ein ‚Déjà-vu‘-Erlebnis hat jemand, der das Gefühl hat, eine neue Situation schon einmal erlebt zu haben. Ich freue mich schon auf die nächsten Wahlabende und die Gesichter des Bürgermeisters und der GRÜNEN, am Abend des Ratsbürgerentscheids waren sie sehr „ausdrucksvoll“.

3 Kommentare

  1. Hallo, einen schönen Abend und ein frohes neues Jahr …..
    Einfach schön der Artikel über die 52
    und die Grünen, wenn’s denn so gewesen ist, haben die Grünen in Gladbeck vielleicht ein Eigentor gemacht…
    Mit freundlichen Grüßen
    Lausisen

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