Corona: Was verschweigen die Bürgermeister des Kreises?

06.05.2020 Corona: Was verschweigen die Bürgermeister des Kreises? Hinter den Politkulissen scheinen irrationale Auseinandersetzungen abzulaufen, jeder gegen jeden und auch gegen eigene Parteigenossen. Der Bürgermeister von Castrop-Rauxel Rajko Kravanja (SPD), hat am 1. Mai, als die Pressestelle des Kreises nicht besetzt war, gegen 21 Uhr auf Facebook den aktuellen Stand der Corona-Infektionen gepostet, Altersverteilungen der bestätigten Infektionen genannt und noch einige Grafiken angehängt, die auch vertraulich behandelt werden sollten und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. "Die vom Castrop-Rauxeler Bürgermeister veröffentlichen Daten zur Altersstruktur seien eigentlich vertraulich und für den internen Gebrauch", teilte der Kreis den Ruhrnachrichten auf Anfrage mit. So schreibt es die Dorstener Zeitung, die zu den Ruhrnachrichten gehört. Weiter schreibt die Zeitung: "Für Dienstag (5. Mai) hat der Kreis zu einer Pressekonferenz geladen. Da wird es auch um Ursachen für Häufungen in bestimmten Bereichen gehen. Hinter den Politkulissen scheinen irrationale Auseinandersetzungen abzulaufen, jeder gegen jeden und auch gegen eigene Parteigenossen.

Der Bürgermeister von Castrop-Rauxel Rajko Kravanja (SPD), hat am 1. Mai, als die Pressestelle des Kreises nicht besetzt war, gegen 21 Uhr auf Facebook den aktuellen Stand der Corona-Infektionen gepostet, Altersverteilungen der bestätigten Infektionen genannt und noch einige Grafiken angehängt, die auch vertraulich behandelt werden sollten und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Darstellung der Infektionsverteilung im Kreis Recklinghausen. Die oberste Zahl ist die Hochrechnung auf 100.000 Einwohner. Nur so sind die Städte mit z.T. sehr unterschiedlichen Einwohnerzahlen vergleichbar.

„Die vom Castrop-Rauxeler Bürgermeister veröffentlichen Daten zur Altersstruktur seien eigentlich vertraulich und für den internen Gebrauch“, teilte der Kreis den Ruhrnachrichten auf Anfrage mit. So schreibt es am 4.5. die Dorstener Zeitung, die zu den Ruhrnachrichten gehört.

Eine der „vertraulichen“ Grafiken, die der Bürgermeister von Castrop-Rauxel veröffentlicht hat.

Weiter schreibt die Zeitung: „Für Dienstag (5. Mai) hat der Kreis zu einer Pressekonferenz geladen. Da wird es auch um Ursachen für Häufungen in bestimmten Bereichen gehen. In Gladbeck etwa starben mehrere Personen in Altenheimen und Krankenhäusern, in Oer-Erkenschwick sorgten Ausbrüche in einer Flüchtlingsunterkunft und bei einem großen Fleischvermarkter für rapide Anstiege der Fallzahlen. In Castrop-Rauxel steht derzeit ein ganzer Häuserblock unter Quarantäne, nachdem in der vergangenen Woche bei 27 Bewohnern – vornehmlich in ärmlichen Verhältnissen lebenden Rumänen und Bulgaren – das Coronavirus nachgewiesen wurde. Den starken Anstieg der Zahlen in Dorsten zu Beginn führt das Gesundheitsamt inzwischen auf Urlaubsrückkehrer zurück. Auch die Volksbank-Filiale in der Innenstadt sei „so ein Zentrum gewesen, das zu einer steigenden Zahl der Infizierten geführt hat“, heißt es vom Kreis. Eine Mitarbeiterin der Vereinten Volksbank in Dorsten war die erste Person im Kreis Recklinghausen, die positiv getestet wurde.“

Vor dem Hintergrund dieser Informationen stellt sich die Frage, warum der Gladbecker Bürgermeister Roland (SPD) und der Landtagsabgeordnete Hübner (SPD) den „eigenen“ Landrat Süberkrüp (SPD) in der vergangenen Woche so hart angegangen sind und zusätzliche Zahlen einforderten.

Auch dieses Diagramm wurde der Bevölkerung vorenthalten.

Das gilt auch für die CDU im Kreis, die umfassend informiert werden wollte. Dazu muss man wissen, dass es im Kreis Recklinghausen nicht nur SPD-Bürgermeister gibt, die vom Kreisgesundheitsamt mit vertraulichem Zahlenmaterial versorgt wurden. Zum Beispiel in Dorsten, Recklinghausen und Haltern gehören die Bürgermeister der CDU an!

Was passiert da im Hintergrund? Statt die Bürger umfassend zu informieren und volle Transparenz umzusetzen, sitzen die Bürgermeister selbst auf Zahlen, die sie nicht an die Öffentlichkeit geben. Das Argument, dass man aufgrund geringer Zahlen evtl. einzelne infizierte Personen identifizieren könne, zieht nicht. Es sickern immer mehr geradezu skandalöse Vorkommnisse durch, die sicherlich nicht dazu angetan sind, die Bevölkerung zu beruhigen.

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