Bürgermeisterwahl: Roland oder Weist?

Die Schrottimmobilie an der Buersche Str. wird noch über Jahre ein Problemfall bleiben. Weglächeln geht auch hier nicht!

Nachdem die CDU bekannt gab, dass sie am 17. August ihre Drohung wahr machen und ihren Stadtverbandsvorsitzenden Dietmar Drosdzol zum Bürgermeisterkandidaten küren will, verdichten sich die Informationen, dass auch die SPD eine Überraschung auf Lager hat. Bürgermeister Roland kokettiert noch mit seiner vierten Kandidatur und am 4. Sept. wird sein despotisches Verhalten im Stadtrat am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen verhandelt (siehe unten). Das Ergebnis könnte den Ausschlag für seinen Rückzug geben.

In ihrer Not versucht die SPD wohl nun eine Frau in den BewerberInnenmarkt zu drücken. Die Vorsitzende des TC Wittringen und derzeitige Schulamtsleiterin Bettina Weist soll ihre Partei retten. In einer Art Feldstudie wird derzeit abgecheckt ob das Sinn macht. Einige Personen sind bekannt, die gefragt wurden, was sie von dieser Kandidatur halten. Unglaublich clever von den Genossen, wie so oft.

Das letzte Ergebnis von fast 65 % würde Ulrich Roland angesichts von 20 % Minus der SPD bei der Europawahl auch kaum noch holen. Er gilt als verbrannt und die WählerInnen wollen einen Wechsel. Besonders bei der Leitung der Stadtratssitzungen zeigt sich zunehmend seine Überforderung. Er polarisiert und versteht es nicht die Opposition einzubinden.

Ob allerdings eine Kandidatin, die politisch bislang unauffällig war – im positiven wie im negativen Sinne – mehrheitsfähig ist, bleibt abzuwarten.

Die nächsten Wahlperiode wird auch kein Zuckerschlecken sein. Die Diskussion um den Ausbau der B224 wird weiter gehen, das Windrad auf der Mottbruchhalde steht weiter an, die Schrottimmobilie auf der Buersche Str. verschandelt weiter die Stadt, die Arbeitslosigkeit in Gladbeck hat im Kreis den Spitzenplatz, rund 40 % der Gladbecker sind arm oder von Armut bedroht und um auch ein Schulthema zu nennen: in kaum einer Stadt machen so wenige Schüler Abitur wie in Gladbeck.

Ein strammes Paket für eine Bürgermeisterin, die noch vor einigen Jahren Sozialarbeit mit dem Jugendrat gemacht hat.


Ergänzung

Soeben sandte Linken-Ratsherr Franz Kruse nachstehende Stellungnahme an die Presse:

Bekanntlich habe ich Klage gegen den Entzug meines Rederechtes im Stadtrat am 05.10.2017 durch Bürgermeister Roland erhoben. Unter dem Vorwand, dies gehöre nicht zum Thema des Tagesordnungspunktes, unterdrückte der Bürgermeister meine kritischen Äußerungen zum Haushalt der Stadt Gladbeck, die einige Tage vorher in einer Sitzung des Rechnungspüfungsausschusses in nichtöffentlicher Sitzung von einem Wirtschaftsprüfer genau so zu exakt dem gleichen Tagesordnungspunkt abgeliefert worden waren. Das wollte ich öffentlich machen, schließlich ist der Haushalt der Stadt Gladbeck nicht geheim.
Die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ist auf den 04. September 2019 um 11:30 Uhr terminiert und findet in Saal 6 statt.
Das Gericht hat den Titel der Klage von Franz Kruse vs. Stadt Gladbeck geändert in Franz Kruse vs. Bürgermeister Ulrich Roland. Es handelt sich um eine sogenannte Organklage, bei der ein Organ des Stadtrates gegen das andere Organ Klage führt, wenn eine außergerichtliche Einigung nicht erreicht werden kann. Das hatte ich vorher versucht, bin jedoch am Widerstand des Bürgermeisters gescheitert. Da blieb nur die Klage.

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