Bürgermeisterin mit 19 % der Stimmen aller Wahlberechtigten

29.09.2020 Gladbeck: Bürgermeisterin mit 19 % der Stimmen aller Wahlberechtigten  Demokratie ist manchmal schwer zu verstehen. Die Bürgermeisterkandidatin der SPD hat mit 62,79 % zu 37,21 % (CDU) die Wahl gewonnen - Glückwunsch! Tatsächlich haben aber nur 19,02 % der wahlberechtigten GladbeckerInnen für sie gestimmt, denn die Wahlbeteiligung lag bei der Stichwahl bei nur 30,3 %.  Bei der Landratswahl, die der Gladbecker Kandidat der SPD knapp verlor, sieht es noch schlimmer aus. 29,26 % haben an der Stichwahl im Kreis Recklinghausen teilgenommen. Der CDU-Sieger erzielte 50,54 %. Unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung wollten ihn nur 14,78 % als Landrat haben.  Alles in allem ein unbefriedigendes Ergebnis und ein Blick auf den Zustand unserer Demokratie.Demokratie ist manchmal schwer zu verstehen. Die Bürgermeisterkandidatin der SPD hat mit 62,79 % zu 37,21 % (CDU) die Wahl gewonnen – Glückwunsch! Tatsächlich haben aber nur 19,02 % der wahlberechtigten GladbeckerInnen für sie gestimmt, denn die Wahlbeteiligung lag bei der Stichwahl bei nur 30,3 %.






Bei der Landratswahl, die der Gladbecker Kandidat der SPD knapp verlor, sieht es noch schlimmer aus. 29,26 % haben an der Stichwahl im Kreis Recklinghausen teilgenommen. Der CDU-Sieger erzielte 50,54 %. Unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung wollten ihn nur 14,78 % als Landrat haben.

Alles in allem ein unbefriedigendes Ergebnis und ein Blick auf den Zustand unserer Demokratie.

Und über noch etwas muss geredet werden. Bei der Wahlbeteiligung gibt es in Gladbeck ein Nord-Süd-Gefälle. Im wohlhabenderen Norden der Stadt Alt-Rentfort, Rentfort-Nord (westlicher Bereich), im Zweckeler Norden und in Gladbeck-Ost (nördlicher Teil) haben bis zu 39,95 % an der Stichwahl teilgenommen. Im ärmeren Süden, Brauch-Nord (östlicher Teil) und Brauck – südlich der Breuckerstraße interessierte die Entscheidung nur 18,47 % bzw. 19,25 % der WählerInnen.

Dieses Nord-Süd-Gefälle spiegelt sich seit Jahren auch bei der Überschuldung der Privathaushalte wider, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform jährlich in ihrem Schuldneratlas mitteilt. 13,3 % aller Gladbecker Haushalte waren in 2019 überschuldet, das sind 8264 Menschen.

Gerade in der Emscher-Lippe-Zone ist zu beobachten, dass sich der abgehängte Teil der Bevölkerung auch von den Wahlen verabschiedet hat, weil die Menschen zu lange von der Politik enttäuscht wurden und nichts mehr erwarten.




6 Kommentare

  1. Da frage ich mich doch, warum die Linkspartei bei der Gladbecker Kommunalwahl so schlecht abschnitt? Von drei Fraktionsmitgliedern sitzen zukünftig nur noch zwei Vertreter im zukünftigen Stadtrat. Mir gefiel, dass die Linke den extrem ökofeindlichen und 110 bis 150 Millionen teuren Umbau der Bundesstraße B224 zur Autobahn A52 immer kritisch sah. Angeblich sind doch die Kassen leer? Ein klarer Fehler ist die Gegnerschaft der LINKEN zum Braucker Windrad. Davon profitierten die GRÜNEN, denn die Zukunft in der Energieversorgung gehört Wind, Sonne, Gas und Wasserkraft!

    • Hallo Peter, warum verschweigst Du, dass Deine Ehefrau für die SPD im Gladbecker Stadtrat sitzt und ebenfalls gegen die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung für den „ökofeindlichen und 110 bis 150 Millionen teuren Umbau der Bundesstraße B224 zur Autobahn A52“ gestimmt hat? By the way: Sind die Parteifreunde Deiner Ehefrau nicht auch gegen das Windrad?

  2. DANKE – aber das musst Du mit meiner Frau besprechen. Sie hat sich für die A52 (SPD-Fraktionshaltung) ausgesprochen, da bin ich immer noch anderer Meinung, kommt in einer Ehe durchaus vor. Nach wie vor verstehen wir uns sehr gut und diskutieren viel über Politik. Nachfrage: Warum hat Matthias Strehlke lange Zeit den grünen Mandats- und Postensammler Mario Herrmann (Grüne) unterstützt, der zusammen mit Simone Steffens (Grüne) ebenfalls im Stadtrat klar und deutlich für die A52 stimmte. Kann mich noch erinnern, als die Grünen Ende der Achtziger Jahre in der Redaktion der Ruhr-Nachrichten auftauchten und ein Luftfoto der B224 für den Abdruck in ihrer grünen Wahlkampfzeitung suchten. Thema: Keine neue Autobahn durch Gladbeck! Danach kam die Butendorfer Abfahrt von der B224. Die Konsequenz für mich: Der durchgehende Radweg von Essen nach Gladbeck-Mitte (an Wittringen vorbei) fiel dann weg. Wenn die Bauarbeiten anfangen, darf ich mit dem Rad über Altenessen fahren. Das ist wirklich kein Vergnügen, denn in der Autostadt Essen haben es Radfahrer wirklich nicht einfach. Ja die Grünen, ökologisch denken, aber wenn sie es in politische Funktionen geschafft haben, dann machen sie jeden faulen Kompromiss mit. Bin gespannt, wie sie jetzt mit mit der deutlich angewachsenen Grünen-Fraktion im zukünftigen Stadtrat agieren – auch mit dem Blick auf die A52?

  3. Hallo Peter,
    ich habe zu keinem Zeitpunkt den „grünen Mandats- und Postensammler Mario Herrmann“ unterstützt. Im Gegenteil: Bereits während der Wahlperiode 1994-99 habe ich aus Protest gegen die Umweltpolitik des bunten Bündnisses von Grünen, CDU und BIG meinen Posten als Umweltausschussvorsitzender abgegeben. Mario Herrmann ist mir damals in den Rücken gefallen und forderte mich auf mein Ratsmandat niederzulegen. Dies habe ich nicht getan, allerdings danach nicht wieder für den Stadtrat kandidiert. Am 20.10.03 bin ich aus der Partei Bündnis 90/Die Grünen ausgetreten. Simone Steffens ist mir deshalb auch nur aus den Medien bekannt. Warum sich Frau Steffens und ihre Parteifreunde als angebliche Klimaschützer seit Jahren für eine Transitautobahn durch Gladbeck einsetzen ist mir ebenfalls ein Rätsel.

    • Hallo Matthias – DANKE für die Aufklärung und viele Grüße: Peter
      Bin gespannt, wie sich die Gladbecker Grünen im neuen Rat verhalten. Hoffentlich mit einer klaren, ökologischen Zielrichtung. Taktische Spielchen helfen dem Klima wirklich nicht!

  4. Hallo Peter,
    die Maske bei den Gladbecker Grünen ist inzwischen gefallen.
    Scheinbar geht es der ehemaligen Programmpartei in Gladbeck nur noch um Pöstchen.
    Wie kann man die Wähler mit ökologischer Zielrichtung nur so verraten!

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