Bäume sind intelligenter als Menschen

Der Lambertiplatz mit möglichen Kunstobjekten

GEDANKEN eines alten GLADBECKERS zum STADTJUBILÄUM

von Manfred Schlüter, Dipl. Ing., Bürger der Innenstadt

Die Politik redet zwar immer von Bürgerbeteiligung, handelt aber völlig destruktiv. Wer sich nicht ihrem Diktat unterordnet, wird ausgegrenzt. Das beste Beispiel ist der Architekt Luggenhölscher. Ein alter Gladbecker, der als Fachmann überregional erfolgreich ist.

Es wurden alle, fachlich belegten Warnungen in den Wind geschlagen und später festgestellt, dass er Recht hatte. Somit hat die Politik auch Anteil am ruinierten Haushalt. Auch andere, freie Initiativen, wurden stets behindert, ausgetrickst oder demotiviert. Wer nicht zum Genossenhaufen, oder zu den Höflingen zählt, wird als Gegner behandelt. Hier dominiert die Politik mit der Verwaltung und redet von Bürgerbeteiligung. Auf aufwändig erarbeitete Vorschläge gibt es nicht mal eine Antwort.

Ich habe fast 25 Jahre als Stadtarchitekt die innerstädtische Freiraumplanung beackert. Dabei fast alle Plätze der Innenstadt entworfen, geplant oder auch gebaut. Neben dem Goetheplatz, den Kirchplatz, den Oberhof, den Kolpingplatz (Brunnen), den Körnerplatz, auch den Europa-Platz mit der Idee, die Partnerstädten gestalterisch einzubinden und viele kleinere Plätze.

Da ich am Jovyplatz groß geworden bin und noch immer in der Innenstadt wohne, beobachte ich die gestalterische Entwicklung sehr genau. Deshalb habe ich auch, als alter Gladbecker, entsprechend starke Bezüge zur Entwicklung der Innenstadt.

Dabei lag mir immer eine individuelle, ökologische, atmosphärische Gestaltung mit viel Grün und Aufenthaltsqualität, am Herzen. Damals gab es ja auch noch ein Grünflächenamt, das man leider zugunsten eines Betonamtes aufgelöst hat.

Deshalb bin ich auch so verärgert, weil unsere Innenstadt, für viele Millionen, völlig hart, lieblos, eckig und ideenlos zu betoniert wurde. Da wurden viele Millionen für eine Ideenlosigkeit verpulvert und rings herum vergammelt die Stadt.

Der Lambertibrunnen wirkt oft trostlos

Es sollte die Lebenssituation der dort noch verbliebenen Anwohner verbessert werden. Stattdessen immer mehr Autos in der Innenstadt. Ja, sogar der Goetheplatz wurde, zusätzlich zum Marktplatz, der Blechlawine geopfert.
Das ist stadtökologisch und kleinklimatisch eine Katastrophe. Da wurde eine gute Chance vertan und Steuergelder verpulvert.

So habe mich damals auch an den Veranstaltungen beteiligt, war im Bürgerbüro. Habe Vorschläge gemacht und habe auch eindringlich auf die Besonderheit der Baumpflanzungen und der aufwändigen Schutzeinrichtungen hingewiesen.

Trotzdem wurde das vor ca. 30 Jahren, für die Innenstadt entwickelte Baumkonzept, durch die Neugestaltung, vollständig ruiniert. Den Wert hat wohl keiner verstanden. Innenstadt = Hitzeinsel! Und dann jammern über den ruinierten Haushalt. Da wird der „UMWELTNOTSTAND“ zur Lachnummer.

Damals habe ich auch, als alter Dendrologe, (jahrelang Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft) für einen interessanten Baumbestand in der Innenstadt, gesorgt (Oberhof-Taschentuchbaum). Dadurch entstand auch, nach meinen botanischen Führungen, für den Heimatverein, der Baumlehrpfad, den ich auch jahrelang betreute, mit Schildern versah und einen Plan herausbrachte. Genauso ist ebenfalls auch die Apfelwiese durch meinen Vorschlag und dafür erstellten Plan entstanden.

In 1989 wurde der betonierte Schulhof der Lambertischule, auf mein Initiative, in eine grün gegliederte Spielfläche verwandelt. Das habe ich mit der Betreuung von ca. zwei Jahren intensiver Elternarbeit, umgesetzt. Es war ein Pilotprojekt, über das ich oft, auch überregional, referierte.

1991 in der Innenstadt, einen Chin. Garten unserer Partnerstadt Fushun, mit Umschülern von Vöingshof, umgesetzt.
1990 eine Blumenwiese (Insektensterben) auf der Asienbrücke, mit dem Heimatverein und dem damaligen Vors. A. Luggenhölscher, hergerichtet und eingesät. 1992 die Hochlaternen Buersche Str. mit dem Vorsitzenden des Vereins für Orts- und Heimatkunde, H. Enxing, mit Kletterpflanzen begrünt.

1993 hatte ich es gewagt, eine Skizze und die Idee für eine Tunnelöffnug, an der Humboldtstrasse, in den Ruhrnachrichten, zu veröffentlichen. Die einzige Reaktion, war die Überlegung, wie man mich bestrafen könne. „Armes Gladbeck“ und wieder 12.000 für neue Rolltreppen! Noch 2017 ein Lösungskonzept für eine Tunnelöffnung mit Rampenlösung an den SPD Ortsverein Mitte geschickt, in der Hoffnung auf ein Gespräch. Keinerlei Reaktion!

Für den Verein für Orts- und Heimatkunde habe ich 1999 einige Kunstobjekte entwickelt und auch in der Presse vorgestellt. Ein großes Stahlobjekt für den Stadteingang an der B224. Auf der damaligen Dreckecke steht jetzt wenigstens eine Werbeanlage. Ein weiteres Großobjekt, für den Kreisverkehr am Jovypark. In dem Jahr wurde die menschliche DNS entschlüsselt. Darum hatte ich eine ca. 7 Meter hohe Doppelhelix (DNA), mit den vier Sequenzfarben aus Glasrohren, vorgeschlagen. (Modelle sind noch vorhanden)

Auch nach meiner Pensionierung habe ich mich immer wieder, mit Vorschlägen für die Stadtgestaltung eingesetzt.

Für 2006 hatte ich die Idee (Kulturhauptstadt), für einer Drive-In Freiraumgalerie, für den Mittelstreifen der Buersche Straße entwickelt. Fanden alle gut und nichts ist passiert.

Seit 2009 habe ich über zwei Jahre, die Idee Kunst gegen Leerstände in einem Geschäftslokal auf der Goethestraße betrieben. Etliche Künstler dazu eingeladen. 2015/16 auch auf der Postallee. Weder Politik, noch Kaufmannschaft oder Presse interessierten sich dafür.

Für die Innenstadt habe ich die Bank „Gladebeke“, als besitzbares Kunstobjekt, entwickelt. Diese auch im Verkehrsverein vorgestellt.(Begeisterung?) Ein Modell steht beim MB (eine Stahlwelle mit Holzbohle, ca. 6 Meter).

Die Bänke und eine Figurengruppe aus Corten-Stahl, die „Beobachter“, für den Marktplatz, habe ich im März 2011 im SPD Büro, der Presse vorgestellt. Von den Bänken stehen jetzt als „Wellenbank“, zwei Stück auf der neuen“ Emsufergalerie“, in Greven und eine vor dem Rathaus als Hochzeitsbank (gesponsert von der Kreissparkasse Steinfurt). In 2019 wird dort noch ein 7 Meter hohes Stahlobjekt, der „Webstuhl“, als Landmarke, errichtet.

Für das Stadtjubiläum hatte ich eine architektonische Gestaltung der „Gladebeke“, zusammen mit dem Katasterbild von 1820, im Durchgang zum Schenkendiek, als erlebbare Stadtgeschichte, vorgeschlagen und eingereicht. Zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Heimatstadt.

Auch der Vorschlag, den ungepflegten Marktbrunnen, von Prof. J. Brus, durch eine „Wellenbank“ aufzuwerten, fand in der Politik keine Resonanz.

Alternativ für den Marktplatz ein kleines Kulturdach entwickelt. Das sollte aus dem Fachwerk, des letzten Bergarbeiter Hauses der abgebrochenen Zeche Graf Moltke, entstehen. Also, auch ein Stück erlebbare Geschichte und Erinnerung an unsere Bergbauvergangenheit.

So wollte ich, dass vom Jubiläum mehr verbleibt, als Spesen. Also, ein bisschen Nachhaltigkeit, für die Heimatstadt.

Über Geschmack lässt sich ja streiten aber nicht über Beton. Noch bei der Markthalle tönte es, „schade, dass Beton nicht brennt“, richtig! Aber, warum wird weiter betoniert?

Also, was wollen „Die“ noch mehr am BÜRGERBETEILIGUNG ? – Alles ist im Lokalkompass nachlesbar!

Unter: https://www.lokalkompass.de/gladbeck/profile-70017/manfred-schlueter

Das Problem liegt nicht bei den Bürgen, aber wohl im Rathaus.

Josef Boys sagte in Kassel bei seiner Aktion „7000 Eichen“: „Bäume sind intelligenter als Menschen.“

Darum werden hier auch so viele abgehackt. Da kann man nur auf die nächste Wahl hoffen.

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