Abriss Schwechater Strasse 38: Investor Implementum hat auch Hoch10 gebaut!

Schrottimmobilie Schwechater Str. 38 in Rentfort

Ein Kommentar von Ralf Michalowsky

Nun steht der langersehnte Abriss der Schrottruine Schwechater Str. 38 in Rentfort-Nord bevor. Der Vertrag mit dem Düsseldorfer Investor Implementum, der auch Hoch10 gebaut hat, sichert diesem einen Zuschuss zum Abriss in Höhe von 2,63 Mio. Euro zu, davon mindestens 0,92 Mio. Euro aus dem Schuldenhaushalt der Stadt Gladbeck, weil ein erneutes Abrissgutachten angeblich belegt, dass der Abriss 3,2 Mio. Euro mehr kosten soll. Geheimnisse umwabern diese Zahlen: Das neue Abrissgutachten zum Hochhaus wurde den Ratsmitgliedern nicht zur Verfügung gestellt, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse – durchgeführt von einem unbekannten Wirtschaftsberatungsunternehmen – wurde den Ratsfraktionen nicht ausgehändigt. Die beiden widersprüchlichen Abrissgutachten über 1,75 und 4,95 Mio. Euro wurden bisher nicht veröffentlicht. Wer sagt denn, welches stimmt und welches nicht? Ist das die in einer Demokratie gebotene Transparenz?

Tiefgreifende städtebauliche Bedeutung

Die Entscheidung über die Unterschrift unter den Vertrag zum Abriss des Hochhauses und die künftige Bebauung mit einem „Geschäftszentrum“ ist von tiefgreifender städtebaulicher Bedeutung. Deshalb ist es ein unglaublicher Vorgang, dass die Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss erst unter Punkt 16 fallen sollte und zwar bevor der Vertrag überhaupt fertig verhandelt ist, ohne dass die Ausschussmitglieder den Vertrag genau kennen und ohne dass die neue Abrissstudie und die Wirtschaftlichkeitsanalyse den Sitzungsunterlagen beigefügt wurden. Erst in der Sitzung wurde der Investor vorgestellt. Wohlwissend, dass sich die Ratsmitglieder mangels Vorlagen zum Thema nicht ausreichend vorbereiten konnten.

„Sauberen“ Beschluss im Stadtrat fassen

Die Fraktion DIE LINKE hat deshalb die Absetzung des Tagesordnungspunktes beantragt und wollte damit für mehr Transparenz sorgen. Jetzt, so schreiben sie, komme es nach 20 Jahren auf einige Wochen auch nicht mehr an. Ein Durchpeitschen wie beim Heisenberg-Gymnasium komme nicht schon wieder in Frage. Einen solchen millionenschweren Beschluss sollte man auch besser dem Stadtrat anstatt einem Ausschuss überlassen.

Roland und seine Berater wissen genau, dass jeglicher Kritik an diesem zweifelhaften Vorgehen sehr gut damit begegnet werden kann, dass man die Kritiker als Abrissgegner brandmarken kann, die sich gegen die dringend nötige Entwicklung des Stadtteils stellen würden. Hoffentlich gibt es noch kritische Bürger, die dieses Spiel durchschauen.

2 Kommentare

  1. Die Gladbecker Mauschelei geht weiter. Hier wird Investorenfutter aus dem ruinierten Haushalt bezahlt.
    Da kann man nur bei der nächsten Wahl etwas ändern.

  2. Echte Demokratie steht inzwischen auf der Liste aussterbender Arten…
    So lange Bürokraten sich klammheimlich zu Autokraten mausrn können ist da auch wenig Hoffnung auf Besserung.
    Der Bürger als „Souverän“? Schön wärs.
    Stadtpolitik sollte von jährlich wechselnden, nach dem Zufallsprinzip ausgelosten Bürgerkommitees auf der Grundlage volltransparenter Sachinformation gemacht werden, nicht von Berufspolitikern, die in ihrer Amtszeit vor allem ihre eigene Zukunft sichern.

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